Von David F. Kramer
Die Obdachlosigkeit von Haustieren bleibt eine tragische Realität in den USA. Laut ASPCA gelangen jährlich rund 6,5 Millionen Tiere in US-Tierheime – darunter 3,3 Millionen Hunde und 3,2 Millionen Katzen. Leider werden 1,5 Millionen davon euthanasiert, einschließlich 670.000 Hunde und 860.000 Katzen. Während 3,2 Millionen Tiere adoptiert werden, finden nur etwa 710.000 Streuner den Weg zurück zu ihren Besitzern.
Bei diesen Zahlen ist es wahrscheinlich, dass Sie irgendwann auf einen streunenden Hund stoßen. Als erfahrener Tierschutzberater rate ich: Handeln Sie verantwortungsvoll und sicher.
Die Risiken beim Helfen streunenden Hunden
Selbst freundliche Hunde können aus Angst, Hunger, Krankheit oder Verletzung beißen. Streuner übertragen potenziell ansteckende Krankheiten auf Haustiere oder Menschen. Gesunde, annäherungsbereite Hunde können angeleint und in Sicherheit gebracht werden. Bei Gefahr rufen Sie bitte Ihre örtliche Tierschutzbehörde.
Jack Griffin, Direktor von Shelter Services bei der Women's Humane Society in Bensalem, Pennsylvania, rät: „Bringen Sie das Tier zur medizinischen Untersuchung und Überprüfung in lokalen Datenbanken ins Tierheim. Kann es nicht sicher eingefangen werden, kontaktieren Sie die Behörden.“
Vertrauen eines streunenden Hundes gewinnen
Falls Behörden nicht erreichbar sind und Sie sich sicher fühlen, gehen Sie so vor, wie Lauren Nucera von Chester County Dog Tails in Pennsylvania empfiehlt: „Geduld ist entscheidend. Setzen Sie sich tief am Boden in der Nähe des Hundes. Eine Schlaufenleine hilft, besonders ohne Halsband. Vermeiden Sie frontale Annäherung – setzen Sie sich seitlich, nicht auf Augenhöhe.“
Eine Schlaufenleine wirkt wie ein Lasso und hält Ihre Hände vom Maul fern.
„Haben Sie Hundeleckerlis parat“, fügt Nucera hinzu. „Lassen Sie den Hund schnüffeln, füttern Sie mit offener Hand. Bald können Sie die Leine anlegen und ihn ruhig wegführen.“
Griffin warnt jedoch: „Vertrauen ist fragil und kann sich ändern. Die Jagd birgt Gefahren wie Verkehr, Wildtiere oder unebenen Boden. Überlassen Sie es Profis.“
Streuner, Wildtiere oder verlorene Haustiere?
Unterscheiden ist vor Ort schwierig: Halsbänder gehen verloren, Pflegehunde wirken verwahrlost. Griffin erklärt: „Streuner sind Tiere ohne bekannten Besitzer. Manche Wildtiere sind sozial, Haustiere ängstlich. Tierheime gehen davon aus, dass jedes Tier vermisst wird.“
Sicher, den Hund mit nach Hause zu nehmen?
Nicht ratsam. Griffin warnt vor Parasiten (Flöhe, Zecken, Würmer), Parvovirus oder Tollwut – Risiken für Mensch und Tier. Auch Verhaltensänderungen durch Futter oder Komfort sind möglich.
Verlorenes Haustier finden
Soziale Medien revolutionieren die Suche: Teilen Sie Fotos blitzschnell. Griffin zu Besitzern: „Melden Sie es in allen lokalen Tierheimen und machen Sie einen Rundgang – Beschreibungen reichen nicht.“
'No-Kill' vs. 'Kill'-Tierheime: Was ist besser?
Zögern Sie nicht aus Angst vor Euthanasie. „No-Kill“ euthanasiert unter 10 %, andere mehr“, sagt Griffin. Prüfen Sie Philosophie, Kooperationen und Kriterien. Tierheime sind bestens ausgerüstet.
Das Netteste ist nicht immer richtig. Unterstützen Sie Ihr Tierheim durch Spenden, Advocacy oder Freiwilligenarbeit.
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