Von Helen Anne Travis
Seit den 1980er Jahren setzen Tierärzte Zahnspangen und kieferorthopädische Geräte ein, um Hunde mit schmerzhaften und potenziell gefährlichen Zahnfehlstellungen zu behandeln. Viele Instrumente stammen aus der Humanmedizin, doch das Ziel unterscheidet sich grundlegend.
"Wir machen das nicht aus ästhetischen Gründen", erklärt Dr. Donnell Hansen, Diplomierte Veterinärzahnärztin und Oralchirurgin bei BluePearl Veterinary Partners in Minnesota. "Es geht um einen gesünderen, funktionsfähigeren Biss."
Das Anbringen von Zahnspangen bei Hunden ist anspruchsvoll. Das Tier muss fit genug für eine Narkose sein und kooperativ, um wiederholte Eingriffe zu ertragen. Besitzer müssen zudem lernen, das Maul gründlich zu pflegen.
"Das ist selten die erste Wahl", betont Dr. Dan Carmichael, Veterinärzahnarzt am Animal Medical Center in New York City. "Aber in vielen Fällen die beste Lösung."
Gesundheitsprobleme, die Zahnspangen erfordern
Zahnspangen helfen bei Problemen von überfüllten Zähnen bis hin zu Krebsfolgen. Häufig tritt Linguoversion auf, bei der Zähne zur Zunge hin gedreht sind – bei Unterkieferzähnen als "Base narrow" bekannt. Diese reiben am Gaumen, verursachen Schmerzen oder sogar Lochstechungen mit schweren Sinusitis-Folgen.
Weitere Indikationen: Überbiss (kürzerer Unterkiefer), lanzettförmige Eckzähne (nach vorne geneigt) oder persistierende Milchzähne, die zu Engständen und Infektionen führen. Nach Kieferextraktionen bei Krebs minimieren sie Zahndrift.
Tierärzte greifen nur bei funktionalen Störungen ein, nie kosmetisch. "Ziel ist ein gesunder, funktionaler Mund – nicht Perfektion", sagt Dr. Carmichael.
Diagnose: Wann braucht ein Hund Zahnspangen?
Fehlstellungen zeigen sich oft bei Welpen ab 4–6 Monaten mit bleibenden Zähnen. Manche wirken schüchtern beim Fressen.
Alternativen: "Gummiballtherapie" (Lacrosse-Ball kauen), Extraktionen oder Schleifen – günstiger, aber riskant und oft nicht dauerhaft.
Vor Kieferorthopädie prüfen Ärzte die Narkosetauglichkeit. Unter Narkose erfolgen Röntgen und Reinigung; Applikation dauert 30–90 Minuten. Geräte variieren: Metallbögen, Kunststoffschienen oder PetAlign (aligner-ähnlich, modellbasiert, ohne Meh narkosen).
Behandlungsdauer: Wochen bis Monate, je nach Schweregrad.
Pflege eines Hundes mit Zahnspange
Besitzer bürsten das Gerät täglich, spülen mit Antiseptikum und füttern weich – kein Kauen an Spielzeug oder Knochen. Nach Erreichen der Position stabilisiert der Kiefer natürlich, kein Retainer nötig, so Dr. Hansen.
Hauptherausforderungen neben Narkosefähigkeit: Kosten und Zeitaufwand.
Kosten für Zahnspangen bei Hunden
Je nach Komplexität und Narkoserunden: 1.500 bis 4.000 US-Dollar. Regelmäßige Kontrollen (wöchentlich/bi-wöchentlich) erforderlich.
"Es klingt ungewöhnlich, ist aber hoch effektiv", fasst Dr. Carmichael zusammen. "Schnell, unkompliziert und mit exzellenter Erfolgsquote."
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