Von Paula Fitzsimmons
Die meisten Schlagzeilen über Pitbull-Hunde drehen sich um Sensationsgeschichten wie 'Pitbull greift Kind an' oder 'Aggressiver Pitbull verletzt Chihuahua'. Diese Hunde werden oft als unberechenbar und bösartig dargestellt. Doch wie bei vielen Klischees steckt hier viel Fehlinformation dahinter.
Experten aus Tierheimen, Hunderetten und Pitbull-Rescues haben eine andere Perspektive. Sie berichten, dass Pitbulls missverstanden sind und einen ungerechtfertigten Ruf haben. Basierend auf jahrelanger Arbeit mit diesen Hunden teilen Mitarbeiter und Freiwillige ihre fundierten Erkenntnisse. Nach diesen Fakten könnte ein Pitbull-Adopt in Frage kommen.
1. Pitbulls sind keine einheitliche Rasse
Pitbulls bilden eine Gruppe von Hunden aus Rassen wie American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier und American Bulldog, erklärt Rena Lafaille, Direktorin für Verwaltung und Werbung am ASPCA Adoption Center in New York City.
„Viele Hunde, die wir als Pitbulls labeln, sind Mischlinge mit einzigartigen Persönlichkeiten“, betont Lafaille.
Der Begriff 'Pitbull' ist schwammig, sagt Samantha Nelson, Politikspezialistin für Haustiere bei der Humane Society of the United States (HSUS). „Tierschützer, Beamte und Besitzer definieren ihn unterschiedlich. Es gibt keine einheitliche rechtliche Definition – der Terminus wird subjektiv verwendet.“
2. Pitbulls werden häufig falsch identifiziert
Viele als Pitbulls eingestufte Hunde sind Mischlinge, berichtet Haylee Heisel, Verhaltensberaterin bei Best Friends Animal Society in Kanab, Utah. Menschen irren sich bei der Rassenbestimmung notorisch. „Studien zeigen Fehlerquoten bis zu 90 Prozent.“
Sogar Profis erkennen Rassen anhand des Aussehens selten korrekt, wie genetische Tests belegen, ergänzt Nelson. „Viele 'Pitbulls' haben gar keine pitbull-typischen Gene.“
3. Pitbulls sind Individuen
„Jeder Hund ist ein Individuum. Bewerten Sie Persönlichkeit und Verhalten einzeln, unabhängig vom Aussehen“, rät Lafaille.
In jeder Rasse variieren Temperament und Verhalten. „Manche Pitbull-Typen sind energiegeladen, andere kuschelig; manche hundefreundlich, andere nicht“, beschreibt Heisel.
HSUS empfiehlt: Fragen Sie nach dem spezifischen Hund. „Versteht er sich mit Artgenossen? Ist er aktiv oder ein Couchpotato?“ So finden Sie den passenden Partner.
4. Rassenspezifische Gesetze (BSL) schützen nicht
BSL-Gegner kritisieren: Solche Verbote erzeugen falsche Sicherheit und stärken Stereotype. „Sie diskriminieren und ignorieren, dass jeder Hund beißen kann“, sagt Bretta Nelson, PR-Managerin der Arizona Humane Society.
BSL belastet Tierheime unnötig und ist teuer. Städte mit BSL melden weiterhin viele Bisse – in Toronto stieg die Zahl um über 50 Prozent seit 2005, berichtet Kelly Dalton von Bombshell Bullies Pit Bull Rescue.
5. Pitbulls sind in Tierheimen stark überrepräsentiert
Aufgrund von Vorurteilen sind Pitbulls die am meisten gefährdete Gruppe in US-Tierheimen, sagt Lafaille. In Arizona dominieren Pitbulls, Chihuahuas und Katzen die Aufnahmen.
Faktoren wie Versicherungsprobleme, Mietverbote und BSL treiben sie in die Heime, erklärt Heisel.
6. Medien verzerren das Bild
Positive Pitbull-Geschichten fehlen in der Berichterstattung. „Die meisten leben friedlich als loyale Familienhunde“, betont Lafaille. Negative Meldungen verstärken Mythen.
7. Pitbulls sind liebevoll und resilient
Sie bestehen Temperamenttests durchschnittlich und signalisieren klar, sagt Heisel. Nelson: „Pitbulls sind energisch, zäh und herzlich – ideal für Familien.“
Sie verzeihen viel: Ein misshandeltes Pitbull-Welpe küsste trotz Verletzungen alle Menschen.
8. Keine Pitbull-Angriffswelle
Hundebisse sind rück- und Pitbull-Angriffe rar. 18 Millionen Pitbulls (20 % der US-Hunde) leben friedlich, sagt Nelson. Dalton: „Stärke bedeutet nicht Aggression – wie bei Bodybuildern.“
Adoptieren Sie unvoreingenommen: Retten Sie Leben und brechen Sie Mythen. Ihr neuer Begleiter überrascht positiv.