Von Paula Fitzsimmons
Die erste Reaktion vieler Menschen auf einen Hund ist oft der Wunsch, ihn zu streicheln – Hunde sind einfach unwiderstehlich. Doch Vorsicht ist geboten, besonders bei Assistenzhunden. Eine unüberlegte Annäherung kann die betreute Person gefährden. Die richtige Etikette für Assistenzhunde hilft, Missverständnisse zu vermeiden und stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch.
Was ist ein Assistenzhund und wie erkennt man ihn?
Nach dem Americans with Disabilities Act (ADA) ist ein Assistenzhund ein speziell ausgebildeter Hund, der einer Person mit Behinderung hilft. Meistens sind sie in der Öffentlichkeit angeleint oder angeschirrt. Obwohl nicht vorgeschrieben, tragen viele Westen oder Aufnäher, wie etwa von Doggie Stylz.
Unterschiede zwischen Assistenzhunden und normalen Begleithunden
„Assistenzhunde unterscheiden sich von Begleithunden nur durch ihre spezielle Ausbildung und ihr konstant freundliches Verhalten gegenüber Menschen und anderen Tieren. Sie dürfen nicht von ihrer Arbeit abgelenkt werden“, erklärt Mark Castillero, Direktor von Pro-Train in San Diego, Kalifornien.
Jede Rasse kann Assistenzhund werden, solange keine Verhaltensprobleme, Aggression oder Ängstlichkeit vorliegen, betont Marsha Tonkinson, Inhaberin und Cheftrainerin von K9 Paws Behavior Dog Training in Golden Valley, Arizona.
Das Training dauert Monate bis zu zwei Jahren, abhängig vom Alter und Vorkenntnissen des Hundes. „Neben Gehorsam und Leinenführigkeit muss der Hund öffentliche Tests bestehen und spezifische Aufgaben für seinen Menschen erfüllen“, sagt Morgan Karol, Hundetrainingsmanager bei Freedom Service Dogs of America in Englewood, Colorado.
Assistenzhunde als Lebensretter für Menschen mit Behinderungen
Beispiele für ihre Aufgaben: Blinde führen, niedrigen Blutzucker warnen oder destruktives Verhalten bei PTSD oder Autismus unterbinden, erklärt Karol. „Diese Hunde sind eine Lebensader. Zu sehen, wie jemand mit Angst sein Zuhause verlässt und sich einbringt, ist unbezahlbar“, fügt Tonkinson hinzu.
Grenzen respektieren – die Basis der Etikette
Damit Assistenzhunde fokussiert bleiben, ignorieren Sie sie bitte komplett: Kein Streicheln, Rufen oder Starren. „Lächeln Sie den Führer an und gehen Sie weiter. Erwachsene benehmen sich oft kindischer als Kinder. Stellen Sie sich vor, ein Fremder würde so mit Ihrem geliebten Menschen umgehen“, rät Tonkinson. Viele Behinderungen sind unsichtbar – Neugier respektiert Privatsphäre.
„Ablenkungen sind ein großes Problem“, warnt Karol. „Selbst einfache Einkäufe dauern ewig durch Fragen, Streichelwünsche oder Geschichten. Das behindert uns Trainer täglich und unsere Klienten ebenso.“
Folgen von Verstößen gegen die Etikette
Ablenkung kann lebensgefährlich sein: Der Hund übersieht einen Blutzuckerabfall oder Anfall. „Es könnte jemanden zurückwerfen, der nach Jahren erstmals draußen ist“, sagt Karol.
Castillero beschreibt ein Szenario: Auf einem belebten Bürgersteig lenkt jemand den Hund ab – er führt den Blinden gegen ein Hindernis. In Extremfällen muss der Hund neu trainiert werden, was Tausende Dollar und Stunden kostet, warnt Tonkinson.
Assistenzhunde ermöglichen behinderten Menschen ein gesundes, erfülltes Leben. Respektieren Sie ihre Konzentration – das ist die Essenz der Etikette.