Rick Benningfield ist ein erfahrener Pferdetrainer und Hufschmied mit über 50 Jahren Praxis. Pancho ist sein geliebter peruanischer Paso.

Wie ich Pancho traf
Ich war 38 Jahre alt, verheiratet und hatte einen Stiefsohn namens Kelley, der mit neun Jahren eine Leidenschaft für Pferde entwickelte. Er bettelte ständig darum, meinen Erdbeerschimmel Cisco reiten zu dürfen. Cisco nutzte ich zum Abseilen und für die Arbeit mit Rindern – er war anfangs recht ruppig und kein ideales Pferd für Anfänger.
Als ich Pancho zum ersten Mal sah, lag er auf einem Feld, abgemagert bis auf die Knochen. Vom Besitzer erfuhr ich, dass Panchos Mutter kurz nach seiner Geburt gestorben war. Er hatte zwar Erstmilch bekommen, doch danach fehlte die Versorgung. Der Besitzer hielt Pancho für dem Tode nah.
Ich fragte nach dem Preis: 650 Dollar, da Pancho ein Sohn des berühmten peruanischen Paso Piloto war – ein reinrassiges Pferd. Ich kaufte ihn und wollte sehen, ob ich ihn retten könnte. Ich spürte, dass er ein echter Schatz werden würde, wenn er es schaffte.
Pancho musste zum Anhänger getragen werden
Pancho war eineinhalb Jahre alt, nur noch Haut und Knochen. Er konnte nicht mehr stehen. Mit Hilfe eines Deputys lud ich einen Anhänger und trug Pancho hinein.
Beim Verlassen der Ranch gab mir der Besitzer 600 Dollar zurück. Er war überzeugt, dass Pancho bei mir ein gutes Zuhause finden würde, und hoffte, das Geld helfe bei seiner Genesung.
Der Tierarzt hatte wenig Hoffnung
Zu Hause rief ich meinen Tierarzt. Er sah Pancho und prognostizierte, er würde die Nacht nicht überleben. Ich glaubte das nicht. Ich kaufte Vitamine und Haferflocken, formte vitaminreiche Bällchen und fütterte sie ihm mit etwas Hilfe.
Am nächsten Morgen stand Pancho allein. Ich informierte den Tierarzt, der ungläubig nachfragte. Als er kam, war er baff über Panchos Fortschritt, impfte ihn und stellte keine Rechnung.
Pancho beginnt zu lernen
Nach voller Genesung ritt zuerst Kelley Pancho. Ich zeigte ihm, wie es geht, und Pancho liebte den Jungen – das sah man ihm an.
Leider verließ Kelley mit seiner Mutter die Familie. Pancho war damals zweieinhalb, ein fünfgängiges Traumpferd. Seitdem ist er bei mir geblieben.
Pancho hatte ein ereignisreiches Leben: Gesundheitsereignisse und mehr
Mit zehn Jahren fraß Pancho einen 2,3-Kilo-Sack Karotten, was zu Koliken führte. Nach Mineralöl ohne Erfolg brachte ich ihn ins teure Las Colinas Veterinary Hospital.
Dort versorgten sie ihn sofort, ohne Kosten zu nennen – Pancho war ihnen wichtig. Über Nacht behielten sie ihn. Am Morgen holten sie einen großen Karottenball aus seinem Darm. Keine Risse, Pancho war wohlauf.
Karotten liebt er seither – aber nur zwei.
Es gibt nichts Besseres als einen alten Freund und ein kluges Pferd
Früher arbeiteten Pancho und ich viel mit Rindern, auch Longhorns. Er ist flink und detailverliebt. Mit 33 Jahren reagiert er noch auf seinen Namen.
Ich bin 68, trimme und beschlage meine Pferde selbst. Pancho braucht es auch. Wir sind beide Senioren, doch ich reite ihn noch gelegentlich. Nach dem schlammigen Jahr in Nordtexas satteln wir bald wieder durch – Pancho merkt das sofort.
Er ist außergewöhnlich intelligent, kennt Tricks wie Knoten lösen, Tore öffnen oder seinen Futtereimer holen. Von ihm habe ich viel gelernt.
Gute Kommunikation bedeutet gutes Reiten
Pancho kommuniziert ruhig. Einmal zeigte er mir einen Nagel in seiner Sohle, indem er den Huf hob. Ich zog ihn mit Zange, reinigte und ließ den Tierarzt kommen.
Ähnlich bei einem Drahtknäuel im Schwanz: Er stand still, während ich half. Solche Momente prägen unsere tiefe Bindung.