In Bengaluru gibt es 21 Schlangenarten, von denen nur vier giftig sind. Besonders in der Monsunzeit begegnen wir ihnen häufig – und Haustiere wie Hunde stürmen instinktiv darauf zu. Die meisten Bisse stammen von ungiftigen Arten, doch Kenntnisse über die gefährlichen 'Big Four' können im Ernstfall lebensrettend sein. Sindhoora Yalla von Blue Collar und Naturliebhaber Aditya Ganesh erklären, wie man diese Schlangen identifiziert und bei einem Biss vorgeht. Der Schlüssel: Die Schlange erkennen, um das richtige Gegengift zu wählen. Manche Giftsorten wirken neurotoxisch (Nervensystem), andere hämotoxisch (Blutkreislauf). Basierend auf dem Habitat lässt sich die Art oft eingrenzen. 
1) Indische Kobra
Identifikation:
Aussehen: Mittelgroß mit schwerem Körper, markant durch ihre große Haube, die sie bei Gefahr ausbreitet. Länge: 1–1,5 Meter.
Habitat: Häufig nahe Gewässern.
Giftart: Hauptsächlich postsynaptisches Neurotoxin und Cardiotoxin. Lähmt Muskeln, kann zu Atem- oder Herzversagen führen.

2) Gemeiner Krait
Identifikation:
Aussehen: Durchschnittlich 0,9 m lang, bis 1,75 m. Flacher Kopf, kaum abgesetzter Hals, zylindrischer Körper, kurzer, abgerundeter Schwanz.
Habitat: Felder, Buschland, Siedlungen – oft in Termitenhügeln, Ziegelhaufen oder Häusern, nahe Wasser.
Giftart: Starke Neurotoxine verursachen Muskellähmung durch Beeinträchtigung der Nervenenden.

3) Russells Viper
Identifikation:
Aussehen: Durchschnittlich 1,2 m, bis 1,7 m. Abgeflachter, dreieckiger Kopf, deutlich vom Hals abgesetzt, stumpfe, angehobene Schnauze.
Habitat: Offene Gras- oder Buschgebiete, Plantagen, Ackerland, Ebenen – angezogen von Nagetieren in Siedlungen.
Giftart: Extrem gefährlich: Zerstört Nieren und verursacht Blutungen, oft tödlich durch Organversagen.

4) Indische Sägeschuppenvipere
Identifikation:
Aussehen: 38–80 cm lang, meist unter 60 cm. Kopf vom Hals abgesetzt, kurze, abgerundete Schnauze.
Habitat: Sand, Felsen, Buschland – oft unter Steinen.
Giftart: Hämotoxisch: Schwellung und Schmerzen innerhalb Minuten, Blasenbildung möglich. Sterblichkeitsrate ca. 20 %.

Erste Hilfe bei Schlangenbissen
Notieren Sie das Aussehen der Schlange für das medizinische Personal.
Während Sie auf Hilfe warten:
a) Tier aus Reichweite der Schlange bringen.
b) Wunde unter Herzhöhe lagern.
c) Tier ruhig halten, um Giftverbreitung zu minimieren.
d) Wunde locker mit sterilem Verband abdecken.
e) Schmuck etc. entfernen.
Nicht tun:
a) Wunde einschneiden.
b) Gift absaugen.
c) Tourniquet, Eis oder Wasser anwenden.
d) Medikamente geben.
Symptome eines Schlangenbisses
- Deutliche Anzeichen bei Giftschlangen:
- Plötzliche Schwäche, Kollaps
- Muskelzittern oder -zuckungen
- Erbrechen
- Erweiterte, lichtunempfindliche Pupillen
- Blut im Urin; später Lähmungen