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Lass sie fliegen: Die herzerwärmende Geschichte zweier geretteter Papageienbabys

Lass sie fliegen: Die herzerwärmende Geschichte zweier geretteter PapageienbabysEs war der Höhepunkt des Sommers. Mai und Juni in der felsigen Stadt Kota, Rajasthan, sind besonders heiß und qualvoll. Ich saß in meinem Büro, als mein Mann anrief und mich bat, sofort nach Hause zu kommen. Zu Hause fand ich zwei winzige, schwache Papageienküken in einem Schuhkarton. „Was ist das?“, rief ich aus.

„Diebe versuchten, diese Küken vom Neem-Baum vor meinem Büro zu stehlen. Sie nahmen eines mit, ich rettete diese beiden. Sie sind noch zu klein, darum habe ich sie mitgenommen“, erklärte er. Ich wollte sie zurück in den Baum setzen, doch die Mutter war geflogen. Wer würde sich kümmern? Mein Mann hatte recht.

So wurde ich zur Ersatzmutter für zwei Papageienküken. Zuerst suchten wir Rat: Was essen sie? Wie füttere ich sie richtig? Ich bettete sie mit Heu in den Karton und fütterte sie mit eingeweichten Kichererbsen und Mehl. Ich schob das Futter unter ihre Schnäbel und gab Wasser mit einer Pipette. Sie verschmutzten die Kiste.

In jener Nacht fand ich keinen Schlaf. Ich stellte mir vor, wie unsicher und verletzlich sie ohne ihre Mutter sein mussten. Immer wieder hob ich die Klappe des Kartons an und sah sie eng aneinander gekuschelt. Am Morgen regten sie sich bei Sonnenaufgang – ein Grund zur Dankbarkeit. Dann begann meine Stillzeit: Mehrmals täglich kam ich aus dem Büro, um sie zu füttern. Sie erkannten meinen Geruch und zwitscherten freudig, sobald ich nahte.

Die Küken wuchsen: Von schwarzbraun zu grün, Federn sprossen. Der Schuhkarton wurde durch einen größeren ersetzt, dann durch unsere neue TV-Box – genug Platz zum Hüpfen, Bewegen und Fliegen. Der Ältere war ängstlich und wollte ständig heraus; ich deckte die Box mit einem Netz ab. Ich nannte beide „Mithoo“.

Sie hingen oft kopfüber herum! Freunde, die von der Geschichte wussten, besuchten uns häufig. Später hielt ich sie auf der verandaartigen Terrasse ohne Deckenventilator.

Der Ältere flog zuerst, der Jüngere übte noch. Sie wurden zu ausgewachsenen Papageien, ahmten unsere Stimmen jedoch nicht nach. Eines Tages stürzte der Jüngere beim Fliegen ab. Verzweifelt brachte ich ihn zum Tierarzt, der Medikamente verschrieb. Mit der Pipette war es mühsam, doch er erholte sich schnell.

Beide flogen nun. Wir schlossen Türen und schalteten Ventilatoren aus. Sie knabberten Kekse wie Menschen – faszinierend! Besucher waren begeistert, als sie auf Schultern oder Köpfen saßen.

Eines Abends entkam der Ältere in den Garten. Ich fürchtete Katzen und rief ihn herein – er kam. Doch nach Tagen flog er davon und kehrte nicht zurück.

Der Jüngere blieb. Er saß auf meiner Schulter, wenn ich meinen Sohn zum Bus brachte. Die Kinder staunten und hielten mich für eine Zauberin.

Dann flog auch er. Als Überzeugung von Freiheit verabschiedeten wir ihn im Garten mit Tränen. Der nächste Morgen fühlte sich leer an. Beim Öffnen der Fenster landete etwas auf meiner Schulter – er war zurück! Freudentaumel erfüllte das Haus.

Danach kam der Jüngere, wann er wollte. Auf Ruf glitt er ins Wohnzimmer, auf die Terrasse oder ins Schlafzimmer. Nachbarn hielten eingeweichte Körner für den Star der Kolonie bereit. Papageien sollen ein kurzes Gedächtnis haben – meiner war die Ausnahme.

Schließlich kam er nicht mehr. Die Erinnerungen bleiben. Vögel und Tiere schenken pure Liebe und Freude, bedingungslos. Liebt ihr sie, lasst sie frei. Lieben sie euch, kommen sie zurück.

— Poonam Mehta, Kota, Rajasthan

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