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Ältester Nachweis von Kannibalismus: Trilobiten fraßen ihre Artgenossen – Fossilienfund aus Australien

Ältester Nachweis von Kannibalismus: Trilobiten fraßen ihre Artgenossen – Fossilienfund aus Australien

In einer brutalen Unterwasserwelt fraßen Trilobiten nicht nur kleinere Beute, sondern auch ihre eigenen Artgenossen. Paläontologen haben nun den frühesten Fossilienbeweis für Kannibalismus entdeckt – vor etwa 500 Millionen Jahren im kambrischen Meer.

Trilobiten, ausgestorbene Meeresarthropoden, tauchten vor rund 541 Millionen Jahren auf. Ihre dicken Exoskelette begünstigten die Fossilierung und machen sie zu häufigen Funden.

Russell Bicknell, Paläontologe an der University of New England in Australien, analysierte fünf Jahre lang Fossilien aus der Emu Bay Shale Formation auf Kangaroo Island, Südaustralien. Dort leben zwei Arten der Gattung Redlichia: Der filternde Redlichia takooensis und der räuberische Riese R. rex.

Viele R. takooensis-Fossilien zeigen Bissspuren, vor allem am Hinterleib – typisch für Angriffe durch R. rex. Koprolithen (Fossilienkot) von R. rex enthalten Trilobiten-Schalenreste. Überraschend: Ähnliche Spuren an R. rex-Fossilien deuten auf Kannibalismus hin.

„In dieser Lagerstätte gibt es kaum etwas anderes, das biomechanisch für harte Schalen geeignet ist“, erklärt Bicknell gegenüber WordsSideKick.com. Trilobiten-Beine mit nach innen gerichteten Stacheln dienten wie Krabbenknacker zum Aufbrechen von Exoskeletten. R. rex war ein geborener Jäger – unabhängig von der Art.

Die Verletzungen sitzen meist am Unterleib, da Opfer flohen. Kopfverletzte wurden wahrscheinlich gefressen und überlebten nicht als Fossilien – ein Überlebensbias.

Dieser Fund markiert den ältesten dokumentierten Kannibalismus im Tierreich. Bicknell: „Arthropoden fraßen sich wahrscheinlich seit ihrem Ursprung.“ Direkte Beweise fehlten bisher jedoch.

Alle Alternativen ausgeschlossen, bleibt Kannibalismus als Erklärung. „Eine fast zeitgenössische Aufzeichnung“, sagt Bicknell.

Die Studie erschien am 1. April in Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology.