Von Teresa K. Traverse
Infektionen oder andere Probleme mit den Hundeohren können für Ihren Vierbeiner sehr unangenehm sein. Deshalb sollten Hundebesitzer regelmäßig prüfen, ob etwas nicht stimmt. Viele Tiereltern schauen nicht täglich in die Ohren ihres Hundes – doch das ist ein Fehler.
Um die Ohrengesundheit zu schützen, empfehlen Tierärzte, die Ohren mindestens einmal wöchentlich zu kontrollieren. So entdecken Sie Infektionen frühzeitig und können handeln, bevor es zu schweren Komplikationen kommt.
Gewöhnen Sie Ihren Hund als Welpe daran, dass seine Ohren berührt werden. Das erleichtert spätere Untersuchungen oder Behandlungen von Ohrinfektionen erheblich.
Hier teilen Tierärzte praxisnahe Tipps: Wie Sie die Ohren untersuchen, worauf Sie achten sollten und wie Sie sie gesund halten.
Anzeichen für Probleme mit Hundeohren
Überprüfen Sie die Ohren wöchentlich, besonders bei Rassen mit Vorgeschichte von Haut- oder Ohrproblemen oder hängenden Ohren. Heben Sie die Ohrmuschel an und schauen Sie genau hin. Dr. Loft rät, bei Bedarf die Haare um die Ohröffnung zu kürzen, um besser zu sehen – aber lassen Sie sich von einem Profi zeigen, wie das richtig geht, um Reizungen zu vermeiden.
Typische Warnsignale für Ohrprobleme bei Hunden sind:
- stechender Geruch
- Ausfluss
- Blut
- gerötete oder gereizte Haut
- Schwellung
Dr. Goetz warnt: Fühlt sich ein Teil des Ohrs wie ein aufgeblasener Ballon an, könnte es ein Ohrhämatom sein – Blutgefäße unter der Haut sind geplatzt. Bringen Sie Ihren Hund sofort zum Tierarzt für eine Untersuchung und Behandlung.
Bei solchen Symptomen: Sofort zum Tierarzt!
Verhaltensweisen, die auf Hundeohrprobleme hindeuten
Übermäßiges Kratzen oder Schütteln am Ohr, Kopfneigen oder Drehen deuten auf Unwohlsein hin, sagt Dr. Matthew Goetz, DVM, medizinischer Direktor der Arizona Animal Welfare League & SPCA in Phoenix.
Kreisen, Gleichgewichtsprobleme, Stolpern oder Schwindel signalisieren oft Mittel- oder Innenohrentzündungen – eine ernste Sache, die dringend behandelt werden muss, betont Dr. Klaus Earl Loft, DVM, Veterinärdermatologe am Angell Animal Medical Center in Boston, Massachusetts.
Auch wenn andere Hunde ständig am Ohr Ihres Hundes schnüffeln, könnte das ein Hinweis auf eine Infektion sein, rät Dr. Loft.
Können Sie Ohrinfektionen bei Hunden selbst behandeln?
Bei Verdacht auf Infektion: Zuerst zum Tierarzt, bevor Sie etwas ausprobieren. Dr. Goetz erklärt: "Der Tierarzt muss prüfen, ob das Trommelfell intakt ist – sonst kann eine Behandlung zu Taubheit führen."
Der Tierarzt nimmt einen Ohrenabstrich auf Hefen, Bakterien, Milben oder Blutkörperchen. Bei Bedarf geht die Probe ins Labor. Akute Fälle erkennt man oft mikroskopisch, chronische brauchen eine Kultur.
Behandlung: Antimykotika oder Antibiotika, bei Schwerenfällen oral. Für leichte Applikation: Langzeit-Medikamente für 10–14 Tage.
Wie oft Hundeohren reinigen?
Zu häufiges Reinigen schadet mehr, als es nutzt, warnt Dr. Loft: "Tägliche Prophylaxe kann die Haut aufquellen lassen (Mazeration) und Infektionen begünstigen."
Reinigen Sie nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt – z. B. wöchentlich bei infektionsanfälligen Hunden. Nach Schwimmen oder Baden: Trocknen oder reinigen, um Feuchtigkeit zu vermeiden. Gute Reiniger enthalten Trockner.
Der beste Ohrenreiniger für Hunde
Vermeiden Sie aggressive Mittel wie Alkohol, Essig oder Peroxid, die schmerzen und erschrecken, rät Dr. Loft. Wählen Sie Produkte speziell für Hunde.
So reinigen Sie Hundeohren richtig
Nie Wattestäbchen verwenden – Verletzungsrisiko!
Schritte:
- Flasche über den Gehörgang halten, Lösung sanft eintreten lassen – nicht einstecken, rät Dr. Loft.
- Ohrbasis massieren, um Schmutz zu lösen.
- Hund Kopf schütteln lassen – das bringt Dreck nach außen.
- Großen Wattebausch verwenden, sanft abwischen. Die empfindliche Haut schonen.
Chronische Ohrinfektionen bei Hunden
Frühe Behandlung ist entscheidend, besonders bei Chronischen, sagt Dr. Goetz. Unbehandelt kann eine TECA-Operation (Entfernung des Gehörgangs) nötig werden.
"Chronische Infektionen führen früh zu Hörverlust", warnt er.