Am 13. Mai 2019 von Dr. Wailani Sung, MS, PhD, DVM, DACVB auf Richtigkeit überprüft
Haben Sie schon mal bemerkt, wie manche Hunde und ihre Besitzer wie Spiegelbilder wirken? Ein zurückhaltender Mensch mit einem sanften Welpen oder ein extrovertierter Besitzer mit einem schmusigen Schwanzwedler – das ist oft kein Zufall. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Persönlichkeit von Hunden eng mit der ihres Menschen verknüpft ist.
Aber wie stark ist dieser Einfluss wirklich? Kann ein Hund Züge seines Besitzers übernehmen – oder umgekehrt? Als erfahrene Tierverhaltensspezialisten und Tierärzte teilen wir fundierte Einblicke basierend auf Studien und Praxisbeobachtungen.
Persönlichkeitsähnlichkeiten zwischen Hunden und ihren Menschen
In einer Studie aus dem Applied Animal Behaviour Science bewerteten Hundebesitzer sich und ihre Tiere anhand der "Big Five"-Persönlichkeitsdimensionen der Psychologie:
- Neurotizismus (Tendenz zu Angst und Furcht)
- Extraversion
- Gewissenhaftigkeit
- Verträglichkeit
- Offenheit (Kreativität, Neugier und neue Ideen)
Die Besitzer sahen Übereinstimmungen in allen fünf Dimensionen. Unabhängige Experten bestätigten dies ebenfalls – außer bei Offenheit. Diese Ergebnisse unterstreichen die tiefe Verbindung.
Warum spiegeln Hunde die Persönlichkeit ihrer Besitzer?
Ein Grund: Menschen wählen oft Hunde, die zu ihrem Lebensstil passen. Ein ruhiger Mensch greift zu einem entspannten Vierbeiner, eine ängstliche Person zu einem scheuen Hund, erklärt Jenn Fiendish, Veterinär-Verhaltensspezialistin und Leiterin von Happy Power Behavior and Training in Portland, Oregon. "Das passiert unbewusst", sagt sie.
Fiendish erzählt aus eigener Erfahrung: "Vor 12 Jahren wählte ich den aktiven, temperamentvollen Welpen, der zu mir passte – mein Mann den ruhigen. Meine anderen Hunde sind ebenfalls lebhaft, genau wie ich. Sie haben diese Züge sogar verstärkt."
Dr. Patrick Mahaney, Tierarzt und Gründer von California Pet Acupuncture and Wellness in Los Angeles, beobachtet: "Neurotische Besitzer ziehen oft energiegeladene Rassen wie Weimaraner oder Hütehunde an, die sich von dieser Energie nähren."
Hunde spüren und spiegeln menschliche Emotionen
Seit mindestens 15.000 Jahren geprägt von der Mensch-Hund-Beziehung, lesen Hunde Emotionen fein ab. "Ängstliche Besitzer machen Hunde ängstlich – chronisch sogar dauerhaft", warnt Fiendish.
Dr. Mahaney sieht in stressigen Haushalten Verhaltensprobleme wie Unsauberkeit, Zerstörungswut, Bellen oder Appetitlosigkeit. Dr. Lisa Pinn McFaddin, DVM, medizinische Direktorin der Independent Hill Veterinary Clinic in Virginia, betont: "Hunde sind Empathen. Sie merken kleinste Veränderungen und reagieren – legen sich hin, suchen Kontakt oder lenken mit Spielzeug ab."
Kann der Hund den Menschen beeinflussen?
Ja, sagt Dr. McFaddin: "Ängstliche Hunde machen Besitzer hilflos und ängstlich durch Keuchen, Jammern oder Bellen. Ruhige 'Buddha-Hunde' wirken beruhigend." Studien belegen: Streicheln senkt Herzfrequenz, Blutdruck und fördert Wohlfühlhormone bei Mensch und Hund.
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Von: Paula Fitzsimmons