Von Geoff Williams
Bevor Angelo und Diana Scala heirateten, war klar: Sie würden einen Hund adoptieren – und es würde ein Boxer sein. Kurz nach der Hochzeit holten sie 2010 ihren acht Wochen alten Welpen Louie aus einem Züchterwurf nach Downers Grove, Illinois. Nachbarn und Fremde schwärmten sofort von seinem guten Aussehen. „Louie sah fantastisch aus“, erinnert sich Angelo.
Der junge Boxer war voller Energie, doch Angelo, selbst mit einem Boxer aufgewachsen, wusste, was auf sie zukam. Die Familie liebte ihren verspielten, loyalen und gutmütigen Hund. Nach der Geburt ihrer Tochter Giuliana wurde Louie zum schützenden großen Bruder. Ein Jahr später kam Antonella dazu, und Louie entwickelte die Gewohnheit, den Mädchen vor dem Schlafengehen ungebeten einen Kuss auf die Wange zu geben – ganz ohne Training.
Die Scalas pflegten Louie ebenso hingebungsvoll wie er die Kinder. Jahre verliefen idyllisch, bis im Mai 2015 ein Zeckenbiss alles veränderte und ihre Entschlossenheit als Tiereltern auf die Probe stellte.
Der Anfang von Louies Krankheit
Es begann mit starken Nasenbluten. „Das Blut floss unaufhörlich – es war beängstigend“, beschreibt Diana. Angelo vermutete einen Schorf, doch Diana ahnte Schlimmeres. Beim Tierarzt zeigten Bluttests leichte Auffälligkeiten, möglicherweise Leberprobleme oder Krebsverdacht. Man riet zu Beobachtung.
Im Juni erbrach Louie Schaum und Futter. Vor einer Geschäftsreise brachte Angelo ihn zum Tierarzt. Diana, schwanger mit Zwillingen und mit zwei Kleinkindern, war froh um die Hilfe. Verdacht auf Magendrehung (Gastritis): Louie erhielt Medikamente. Bei der Nachuntersuchung verschlechterten sich die Werte; er blieb zur Nierenspülung stationär. Nach Tagen durfte er heim – doch am nächsten Tag schwollen seine Hinterbeine an. Diana bestand auf Weiterbehandlung. Am 4. Juli ging es ins Veterinary Specialty Center (VSC) in Buffalo Grove, Illinois.
„Louie war schwer krank bei der Aufnahme“, sagt Dr. Jennifer Herring, eine der behandelnden Tierärztinnen. Doch die Scalas waren fest entschlossen, alles für ihn zu tun.
Der medizinische Durchbruch
Trotz umfassender Tests blieb die Diagnose lange rätselhaft. Standard-Zeckentests waren negativ, doch das Team führte erweiterte Parasitenuntersuchungen durch. Rocky-Mountain-Fleckfieber, selten in Illinois, kam niemandem in den Sinn.
Tage später: Louie reagierte nicht auf Therapien. Angelo genehmigte Steroide – ohne Erfolg. Am nächsten Tag der Vorschlag, Louie freizugeben. Bei ihrem Besuch war er geschwollen, doch freudig. Vor der Entscheidung bat man Dr. Jerry Thornhill, Internist am VSC, um einen weiteren Test. Am nächsten Morgen die Wende: Louie verbesserte sich leicht, und der Test bestätigte Rocky-Mountain-Fleckfieber.
„Das lässt sich behandeln. Lyme-Borreliose wäre schlimmer gewesen“, hieß es.

Leben nach Rocky-Mountain-Fleckfieber
Die Krankheit kann bei Hunden zu Depressionen, Appetitlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Gerinnungsstörungen und Tod führen. Louie bekam Antibiotika und hyperbare Sauerstofftherapie – nach 18 Tagen durfte er heim.
Angelo dankt den Ärzten, doch Dr. Herring lobt: „Louie war ein Kämpfer, und seine Familie stand treu an seiner Seite.“
Heute, fast ein Jahr später und mit vier Kindern, erholt sich Louie. Regelmäßige hyperbare Therapien waren nötig. Kosten: Über 60.000 US-Dollar, dank Versicherung zahlten die Scalas ca. 6.000 US-Dollar selbst. Behandlungen am VSC wurden reduziert; Louie gewinnt an Kraft zurück.
„Wenn er jetzt tobt, sagen wir: ‚Louie, beruhige dich!‘ Doch wir erinnern uns an die Angst und schätzen jeden Tag“, sagt Diana.