Von Jennifer Coates, DVM
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Kätzchen! Aber ist es ein Junge oder ein Mädchen? Sind Sie sich wirklich sicher? Viele Katzenbesitzer stolpern hier über gängige Fallstricke – wie bei der berühmten Katze 'Max', die sich als 'Maxine' herausstellte. Als Tierärztin mit langjähriger Praxis weiß ich: Die Geschlechtsbestimmung (oder 'Sexing') ist kniffliger, als es scheint. Und einmal zugewiesen, ändert sich nichts, wenn das Kätzchen erwachsen wird. Hier zeige ich Ihnen, wie Sie es professionell und zuverlässig angehen.
Ältere Kätzchen (ab 8 Wochen)
Bei Kätzchen ab 8 Wochen ist es unkompliziert. Wählen Sie einen ruhigen Moment, z. B. nach dem Fressen. Setzen Sie sich mit dem Kätzchen auf den Schoß, heben Sie den Schwanz sanft an und schauen Sie auf das Hinterteil. Achten Sie auf zwei Merkmale:
1. Den Abstand zwischen Anus und Genitalöffnung.
2. Die Form der Genitalöffnung.
Hier ein hilfreiches Diagramm:

Bei Männchen ist der Abstand zwischen Anus und Penisöffnung größer als bei Weibchen zwischen Anus und Vulva. Die Penisöffnung wirkt kreisförmig, die Vulva eher wie ein Strich.
Vermeiden Sie folgendes: Der Penis ist bei Katern meist unsichtbar und schwer tastbar, besonders bei Jungen. Hoden könnten im Skrotum liegen, sind aber oft zu klein – oder das Kätzchen ist bereits kastriert. Fehlende Hoden schließen Weibchen also nicht aus.
Jüngere Kätzchen (unter 8 Wochen)
Hier wird's herausfordernder: Die Strukturen sind winzig und unterentwickelt. Ideal: Vergleichen Sie mit Wurfgeschwistern. Gleiche Regeln gelten, aber stressen Sie die Kleinen nicht – maximal 5 Minuten von Mutter und Geschwistern trennen.
Fellfarbe als Hinweis
Manche Muster deuten aufs Geschlecht hin. Schildpatt- (Orange-Schwarz) oder Kaliko-Katzen (Weiß-Orange-Schwarz) sind fast immer weiblich – sie brauchen zwei X-Chromosomen. Männliche Ausnahmen (XXY) sind extrem selten. Orange getigerte Katzen neigen eher zu Männchen, aber nicht so stark.
Warum das Geschlecht wichtig ist? Gesundheitsrisiken variieren: Kater haben höheres Risiko für lebensbedrohliche Harnwegsblockaden als Kätzinnen.
Unsicher? Lassen Sie Ihren Tierarzt nachschauen. Und bei Überraschungen: Kein Problem – Katzen beider Geschlechter sind tolle Gefährten.
Siehe auch
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