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Kätzchen sozialisieren: Experten-Tipps für eine selbstbewusste, soziale Katze

Sie denken, Kätzchen sind von Natur aus niedlich und sozialisieren sich selbst? Denken Sie nochmal nach. Ohne aktive Förderung riskieren Sie eine scheue Katze. Shawn Simons, Gründerin der Kitty Bungalow Charm School for Wayward Cats in Los Angeles, Kalifornien – einer Non-Profit-Organisation zur Rettung verwilderter Straßentiere – betont: Eine gezielte Sozialisierung verwandelt wilde Kätzchen in geliebte Familienmitglieder.

"Beim Hundeadoption gibt es detaillierte Anleitungen zu Kisten-Training und Leinenführigkeit. Bei Katzen? Oft nur eine Transportbox und 'Willkommen zu Hause'. Das reicht nicht", erklärt Simons.

Viele Katzen gelten als distanziert oder unabhängig. Experten wie Simons zeigen: Richtige Sozialisierung verhindert das. Ihre eigenen Katzen, Big Boy (Maine Coon) und Brewster (Schildpatt), folgen ihr wie Hunde, lieben Fremde und sind hochsozial – obwohl sie als verwilderte Erwachsene adoptiert wurden.

Haben Sie ein Kätzchen? Hier der Leitfaden von Fachleuten.

Das optimale Zeitfenster für die Sozialisierung

Warten Sie nicht zu lange: Die primäre Phase liegt zwischen der 3. und 9. Woche. Miranda Workman, klinische Assistenzprofessorin für Tierverhalten am Canisius College in Buffalo, New York, und Vorsitzende der Katzenabteilung der International Association of Animal Behavior Consultants rät: "Lassen Sie Kätzchen idealerweise bei der Mutter bleiben."

In dieser Zeit identifizieren sie Sozialpartner – zuerst Katzen, ab der 3. Woche andere Tiere und Menschen. "Nichtkatzen-Sozialisierung sollte spätestens in der 5. Woche starten, immer positiv und sicher", sagt Workman.

Ältere Kätzchen oder Katzen? Kein Problem. Simons' Erfolge mit Adulten-Feral-Katzen beweisen: Sozialisierung gelingt jederzeit.

Praktische Tipps zur Kätzchen-Sozialisierung

Spielen Sie mit dem Kätzchen – das schafft Bindung. Hier bewährte Strategien:

Positive Verstärkung

Machen Sie Transportbox und Tierarztbesuche positiv. Workman: "Kurze, spaßige Ausflüge mit Leckerlis enden. Besuchen Sie das Tierarztbüro nur zum Spaß – ohne Untersuchungen. So wird der Ort vertraut."

Leckerlis als Belohnung

Stellen Sie eine Dose mit Favoriten an der Tür bereit. "Bitten Sie Besucher – Postboten inklusive –, ein Leckerli zu geben. Bald freut sich das Kätzchen auf Gäste statt sich zu verstecken", rät Simons.

Pizza-Party veranstalten

Ja, richtig gehört. Laden Sie Freunde ein – Pizza für Sie, Kuscheln fürs Kätzchen. "Das baut Angst blitzschnell ab", sagt Simons. Ihre Freiwilligen nutzen "erzwungene Liebe" bei Feral-Kätzchen.

Schrittweise Raum erobern

"Katzen wollen ihr Universum beherrschen – wir bestimmen die Größe", erklärt Simons. Starten Sie mit einem Zimmer, sperren Sie Betten unter ab. Workman: "Offene Transportbox mit Decke und Leckerlis als Erkundungsspielzeug. Meine Katzen schlafen darin."

Sozialisierung ein Leben lang fortsetzen

Nach 9 Wochen hört Lernen nicht auf. Workman: "Katzen passen Verhalten lebenslang an. Bieten Sie positive Erfahrungen."

Selbst ältere Katzen blühen auf: "Meine schönsten Momente waren mit Senior-Katzen, die erstmals Kontrolle bekamen", schwärmt Workman.

Siehe auch:

Dieser Artikel wurde von Dr. Katie Grzyb, DVM, auf Richtigkeit überprüft.