Von Kate Hughes
Wenn Sie Ihre Katze aus dem Tierheim geholt haben, erwarten Sie das klassische Katzendasein: gemütliche Nickerchen inklusive. Doch was, wenn aus der kleinen Nase lautes – aber charmantes – Schnarchen ertönt? Schnarchen bei Katzen ist seltener als bei Hunden, weckt aber berechtigte Fragen. Oft harmlos, kann es aber auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Als erfahrene Katzenbesitzerin und mit Input von Tierärzten erklären wir, worauf es ankommt.
Ursachen für Schnarchen bei Katzen
Verschiedene Faktoren können Schnarchen auslösen. Besonders brachycephalen Rassen wie Persern mit flachen Gesichtern ist es eigen. „Diese Katzen haben verkürzte Gesichts- und Nasenknochen, was sie anfälliger für Schnarchen macht“, erklärt Dr. Bruce Kornreich, stellvertretender Direktor des Cornell Feline Health Center und Kardiologe am Cornell University College of Veterinary Medicine. „Auch kleinere Nasenlöcher erschweren die Atmung.“
Zudem kann ein verlängerter weicher Gaumen den Luftstrom behindern und zu ungewöhnlichen Geräuschen führen.
Nicht nur Genetik spielt eine Rolle: Wie bei uns Menschen fördern bestimmte Schlafpositionen oder Übergewicht das Schnarchen. Plötzliches lautes Schnarchen könnte durch eine ungünstige Kopfhaltung entstehen.
Bestehende Erkrankungen wie Infekte der oberen Atemwege, chronische Rhinitis oder Nasenpolypen, Tumore und Fremdkörper (z. B. Grashalme) sind weitere Ursachen. „Katzen mit Atemwegsinfekten oder Rhinitis schnarchen häufig“, sagt Dr. Andrea Jones, Tierärztin am Princeton Animal Hospital & Carnegie Cat Clinic in New Jersey.
Wann sollten Sie mit Ihrer schnarchenden Katze zum Tierarzt?
Viele Ursachen sind harmlos – vor allem, wenn das Schnarchen von Geburt an besteht. Bei plötzlichem Auftreten oder Begleitsymptomen handeln Sie besser schnell.
Achten Sie auf Atemnot bei Wachsein: Hecheln, Keuchen, beschwerte Atmung oder offener Mund. „Längeres Mundatmen erfordert sofortigen Tierarztbesuch“, warnt Kornreich.
Weitere Warnsignale: Nasenausfluss, Husten, verändertes Miauen oder Gesichtsschwellungen (z. B. durch Zahnwurzelabszess). „Katzen verbergen Krankheiten lange, Besitzer müssen aufmerksam sein“, betont Kornreich. Jones rät: „Prüfen Sie auf Schwellungen im Gesicht – das kann schmerzhaft sein.“
Schnarchen bei Katzen behandeln
Die Therapie hängt von der Ursache ab. Polypen, Tumore oder Fremdkörper entfernt der Tierarzt oft operativ.
Bei Übergewicht hilft Abnehmen: „Viele Katzen sind zu schwer – Futtermenge und Bewegung anpassen“, empfiehlt Jones.
Nicht-medizinische Hilfen: Luftbefeuchter gegen trockene Luft. Ist Ihre Katze verspielt, appetitlich und das Schnarchen altbekannt, entspannen Sie sich – es könnte einfach ihre Eigenart sein.