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Lyme-Borreliose bei Hunden: Symptome, Diagnose, Behandlung und Prävention

Die Lyme-Borreliose zählt zu den häufigsten zeckenübertragenen Erkrankungen bei Hunden weltweit. Nur 5–10 % der infizierten Tiere entwickeln jedoch Symptome – viele Hunde bleiben lebenslang symptomfrei.

In den USA und Europa weit verbreitet, ist die Krankheit besonders in den nördlichen Bundesstaaten des Mittleren Westens, an der Ostküste und den pazifischen Küstenregionen anzutreffen. Sie breitet sich zunehmend aus. Als Tierärzte mit langjähriger Praxis teilen wir fundierte Infos zu Ursachen, Symptomen, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung.

Symptome der Lyme-Borreliose bei Hunden

Hier die gängigsten Anzeichen sowie seltene Komplikationen, basierend auf klinischen Beobachtungen.

Häufigste Symptome

Bei symptomatischer Infektion treten vor allem auf:

  • Wiederkehrende Lahmheit durch Gelenkentzündungen
  • Fieber
  • Allgemeines Unwohlsein

Viele betroffene Hunde zeigen episodische Lahmheit („shifting-leg lameness“): Entzündete Gelenke schwellen an, werden warm und schmerzhaft. Die Lahmheit hält oft 3–4 Tage an, kehrt aber nach Tagen oder Wochen – im selben oder anderen Bein – zurück.

Weitere Symptome

Manchmal verursacht die Erkrankung auch:

  • Depression
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit
  • Steifer Gang mit gewölbtem Rücken
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Atembeschwerden

Nierenschäden durch Lyme-Borreliose

Seltene, aber schwere Folgen umfassen:

  • Nierenschäden
  • Sehr selten Herz- oder Nervenerkrankungen (wenig dokumentiert)

Die Krankheit kann zu Glomerulonephritis führen – einer Entzündung der Nierenfilterstrukturen. Im Endstadium droht Nierenversagen mit Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, starkem Durst, vermehrtem Trinken und Ödemen (geschwollene Gliedmaßen).

Übertragung der Borreliose

Verursacher ist die Spirochäte Borrelia burgdorferi. Sie wird durch langsam saugende Hartschalentickarten der Gattung Ixodes spp. übertragen. Typischerweise erfolgt die Infektion, wenn die zeckenübertragene Borrelie 24–48 Stunden am Hund haftet.

Diagnose der Lyme-Borreliose bei Hunden

Geben Sie Ihrem Tierarzt eine detaillierte Krankengeschichte. Die Diagnose basiert auf positivem Lyme-Bluttest plus passenden Symptomen. Antikörper sind oft erst 4–6 Wochen nach Infektion nachweisbar. Tierärzte kombinieren daher:

  • Blutchemie
  • Blutbild
  • Urin- und Stuhlanalyse
  • Röntgenbilder
  • Spezifische Lyme-Tests (z. B. Serologie)
  • Gelenkpunktion bei Bedarf

Abgrenzung von Arthritis

Arthritis hat viele Ursachen. Der Tierarzt unterscheidet Lyme-Arthritis von Trauma, Degeneration oder Autoimmunerkrankungen – oft mittels Röntgen der betroffenen Gelenke.

Behandlung der Lyme-Borreliose bei Hunden

Bei stabilen Hunden erfolgt ambulante Therapie. Doxycyclin ist das Mittel der Wahl, Alternativen sind möglich. Die Kur dauert mindestens 4 Wochen, teils länger. Entzündungshemmer lindern Unwohlsein.

Antibiotika eliminieren Borrelia burgdorferi nicht immer vollständig – Rückfälle oder Nierenprobleme sind möglich. Korrekte Dosierung minimiert Risiken. Bei akuter Arthritis sollte Besserung nach 3–5 Tagen eintreten; andernfalls Nachuntersuchung.

Vorbeugung der Borreliose bei Hunden

Vermeiden Sie zeckenreiche Gebiete. Tägliche Kontrollen des Fells und manuelles Entfernen von Zecken sind essenziell.

Am effektivsten: Verschreibungspflichtige Zeckenpräventionen (Halsbänder, Spot-ons, Tabletten/Kauartikel). Nur unter tierärztlicher Anleitung einsetzen.

In Endemiegebieten eignen sich Lyme-Impfstoffe – nicht für jeden Hund. Lassen Sie sich beraten.

Referenzen:

1. Lyme-Borreliose. Begleittierparasitenrat. https://capcvet.org/guidelines/lyme-disease/.

2. Littman MP, Gerber B, Goldstein RE, Anna M, Michael L, George RL. ACVIM-Konsensaktualisierung zur Lyme-Borreliose bei Hunden und Katzen. J Vet Intern Med. 2018; (Januar):887-903. doi:10.1111/jvim.15085