DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Anaplasmose beim Hund: Symptome, Diagnose, Behandlung und Prävention

Das Auffinden einer Zecke an Ihrem Hund ist aus mehreren Gründen alarmierend. Zunächst einmal ist es unangenehm, vor allem wenn die Zecke bereits vollgesaugt und wie eine blutgefüllte Rosine wirkt. Wichtiger noch: Zecken übertragen eine Reihe schwerwiegender Krankheiten, die Hunde und Menschen betreffen können. Während viele mit der Lyme-Borreliose vertraut sind, ist Anaplasmose eine weniger bekannte, aber ebenso ernste zeckenübertragene Erkrankung.

Was ist Anaplasmose?

Anaplasmose ist eine bakterielle Infektion, die bei Hunden in zwei Formen auftritt:

  • Anaplasma phagocytophilum befällt weiße Blutkörperchen (diese Form tritt auch beim Menschen auf).
  • Anaplasma platys infiziert die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung essenziell sind.

Die Erkrankung ist in vielen Regionen der USA und Kanadas verbreitet, wo entsprechende Zecken vorkommen. Besonders betroffen sind der Nordosten, die Golfstaaten, Kalifornien, der obere Mittlere Westen, Südwesten und mittelatlantische Gebiete.

Laut Companion Animal Parasite Council (CAPC) wird die Häufigkeit 2022 dem Ausbreitungsgebiet der Hirschzecke folgen. Höchste Fallzahlen erwarten sich im Nordosten und oberen Mittleren Westen, sowie in Teilen von Virginia, West Virginia und Texas.

Wie wird Anaplasmose übertragen?

Anaplasma platys wird von der Braunen Hundezecke übertragen, Anaplasma phagocytophilum von der Hirschzecke und der Westlichen Prachtzecke. Da diese Zecken auch andere Erreger wie Ehrlichiose, Rocky-Mountain-Fleckfieber oder Lyme-Borreliose weitergeben, sind Koinfektionen bei Hunden häufig. Hunde übertragen Anaplasma jedoch nicht direkt auf Menschen.

Die Krankheit betrifft weltweit Säugetiere wie Hunde, Katzen und Menschen. Nagetiere gelten als Reservoir für A. phagocytophilum, Hunde möglicherweise für A. platys. Zecken dienen als Überträger.

Welche Symptome zeigt Anaplasmose beim Hund?

Symptome treten meist 1–2 Wochen nach dem Zeckenstich auf. Je nach Erreger variieren sie:

A. phagocytophilum (häufigere Form) verursacht unspezifische Anzeichen, die die Diagnose erschweren. Beobachtbare Symptome umfassen:

  • Lahmheit und Gelenkschmerzen
  • Lethargie
  • Fressunlust
  • Fieber
  • Seltener: Husten, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall

A. platys beeinträchtigt die Blutgerinnung, was zu Blutergüssen, roten Flecken auf Zahnfleisch und Bauch sowie Nasenbluten führt.

Wie wird Anaplasmose diagnostiziert?

Ihr Tierarzt erhebt zunächst die Krankheitsgeschichte und untersucht den Hund gründlich. Bei Verdacht und Risikofaktoren (Zeckenexposition, Endemiegebiet) folgen Blutuntersuchungen auf Blutkörperchen und -plättchen. Der Erreger ist mikroskopisch selten sichtbar; präzise Labortests wie ELISA, IFA oder PCR bestätigen die Diagnose.

Wie wird Anaplasmose behandelt?

Die Standardtherapie ist Doxycyclin, ein Antibiotikum. Je früher begonnen, desto besser. Typischerweise dauert die Kur 14–30 Tage, mit Besserung oft in den ersten Tagen. Die vollständige Therapie ist entscheidend – die Prognose ist bei konsequenter Behandlung hervorragend. Manche Hunde bleiben nach Heilung testpositiv, zeigen aber keine Symptome.

Wie verhindern Sie Anaplasmose?

Konsequente Zeckenprävention ist der Schlüssel. Natürliche Mittel sind meist unwirksam, besonders in Risikogebieten. Wählen Sie bewährte Spot-Ons, orale Medikamente oder Halsbänder – lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.

Täglich auf Zecken kontrollieren: Zwischen Zehen, unter Halsband, hinter Ohren und in Achselhöhlen. Fühlen Sie mit den Fingern nach Beulen – Zecken reichen von Stecknadel- bis Traubengröße und verfärben sich beim Füttern grau. Entfernen Sie sie nah an der Haut mit Pinzette oder Spezialwerkzeug und entsorgen Sie in Alkohol oder Toilettenspülung.

Prophylaktische Antibiotika nach Stichen sind nicht üblich; sie sind nur für bestätigte Fälle reserviert. Lassen Sie entfernte Zecken in Labors auf Erreger testen.

Trotz geringerer Bekanntheit als Lyme oder Ehrlichiose nimmt Anaplasmose in den USA zu. Bei Verdacht auf Zeckenkrankheiten immer weitere testen lassen. Gute Zeckenkontrolle schützt am besten – und bei Bedarf steht eine effektive Therapie bereit. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt.