Krebs ist ein Thema, über das kein Hundebesitzer nachdenken möchte. Dennoch erkrankt statistisch gesehen einer von drei Hunden im Laufe seines Lebens an Krebs.
Bei früher Erkennung sind etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen bei Hunden behandelbar. Als erfahrene Tierärzte und Hundespezialisten betonen wir: Das Kennen der häufigsten Symptome ist essenziell.
Beachten Sie, dass viele Erkrankungen ähnliche Anzeichen zeigen können und Symptome je nach Krebsart variieren. Der erste Schritt ist die Beobachtung – der zweite ein sofortiger Tierarztbesuch für eine genaue Diagnose.
Anzeichen, dass Ihr Hund Krebs haben könnte
Hier listen wir die häufigsten Symptome von Krebs bei Hunden auf, inklusive assoziierter Krebsarten, basierend auf klinischen Erkenntnissen.
Unerklärliche Beulen und Unebenheiten
Verschiedene Krebsformen verursachen Knoten oder Beulen, etwa Brustdrüsentumore.
Brustdrüsentumoren bei Hunden
Diese treten vorwiegend bei unkastrierten Hündinnen auf, insbesondere wenn die Kastration nach dem 2. Lebensjahr erfolgt. Rüden und Hündinnen jeden Alters und jeder Rasse können betroffen sein. Bestimmte Rassen wie Pudel und Spaniel haben ein erhöhtes Risiko.
Der Krebs beginnt oft mit Knötchen im Brustwarzenbereich, die sich entzünden und anschwellen können. Bösartige Tumore breiten sich unbehandelt auf Lymphknoten und benachbarte Drüsen aus.
Lipome
Nicht jeder Tumor ist bösartig: Lipome sind gutartige Fetttumore direkt unter der Haut, häufig im Rumpf-, Achsel- oder Leistenbereich. Ältere Hunde entwickeln oft mehrere weiche, bewegliche Klumpen. Interne Lipome können Organe komprimieren und die Mobilität beeinträchtigen, sind aber selten lebensbedrohlich.
Lahmheit
Osteosarkom, der häufigste Knochenkrebs bei Hunden, tritt vor allem in langen Gliedmaßenknochen auf, kann aber jeden Knochen befallen. Er wächst rasch und metastasiert früh in Lunge, Lymphknoten und andere Knochen.
Betroffene Hunde hinken schmerzbedingt, die Extremität schwillt an. Große und Riesenrassen sind besonders gefährdet.
Pigmentierte Wunden
Dunkel gefärbte Wunden deuten auf ein Melanom hin, einen Krebs der pigmentproduzierenden Zellen. Häufige Lokalisationen: Maul, Lippen, Nagelbetten, Fußballen und Augen.
Symptome variieren: geschwollene Pfoten, Augenausfluss oder Mundwunden. Rassen mit dunklem Pigment, wie Chow-Chows, sind anfälliger. Maligne Melanome sind lokal invasiv und breiten sich in Tiefe aus.
Geschwollene Lymphknoten
Mehrere Krebsarten vergrößern Lymphknoten. Lymphom, bis zu 20 % aller Hundefalltumore, betrifft Lymphozyten und damit die Immunabwehr.
Es beginnt meist in Lymphknoten, kann aber Eingeweide, Haut oder Knochenmark befallen. Jede Rasse und jedes Alter möglich, häufig bei Golden Retrievern und Boxern. Erste sichtbare Zeichen: vergrößerte Knoten an Hals, Knien und Achseln. Andere Krebsarten wie Melanom, Osteosarkom oder Brusttumore metastasieren hierher.
Wunden, die nicht heilen
Mastzelltumore, eine aggressive Hautkrebsform, erscheinen als persistierende Läsionen. Sie entstehen aus Mastzellen, die Histamin freisetzen und Reizungen verursachen.
Häufige Orte: Haut, Mund, Nase nahe Gefäße und Nerven. Seltener: Magen-Darm, Atmung, Harnwege. Vorliebe bei älteren Reinrassen wie Boxern, Boston Terriern, Bulldoggen und Schnauzern.
Magen-Darm-Probleme
Mastzelltumore lösen durch Histamin Magengeschwüre, Erbrechen und Durchfall aus. Weniger akut: Appetitlosigkeit bei Osteosarkom oder Lymphom.
Plötzlicher Schwächeanfall oder Kollaps
Hämangiosarkom, Krebs der Blutgefäßauskleidung, verursacht oft plötzliche Kollapse durch innere Blutungen (z. B. Milzruptur). Häufige Organe: Herz, Milz, Leber, Haut. Betroffen: Große Rassen wie Deutsche Schäferhunde und Golden Retriever. Oft spät erkannt.
Schwieriges Atmen
Metastasen in der Lunge durch Melanom, Hämangiosarkom, Mastzelltumore oder Osteosarkom führen zu Atemnot und Husten.
Unerklärlicher Gewichtsverlust
Bei Hämangiosarkom, Lymphom und Osteosarkom durch Tumor-Metabolismus, Schmerzen oder Appetitverlust. Orales Melanom erschwert Fressen.
Lethargie
Krebs verursacht vermehrt Schlaf, reduzierte Aktivität. Häufig bei Lymphom und Osteosarkom.