Von Patty Khuly, VMD
Trotz des provokanten Titels können Blähungen bei Hunden und Katzen durchaus ein ernstzunehmendes Problem darstellen. In der Tierarztschule wurde dieses Thema leider selten beleuchtet – es stand immer im Schatten von Durchfall und Erbrechen. Dennoch verdienen Blähungen Aufmerksamkeit. Sie belasten nicht nur die Umgebung Ihres Haustiers, sondern signalisieren oft Probleme bei der Nahrungsaufnahme oder -verdauung.
Blähungen sind in den meisten Fällen normal und physiologisch. Doch das macht sie nicht weniger lästig für die postprandiale Ruhephase Ihres Tieres.
Warum bläht mein Hund oder meine Katze?
Warum produziert der effizienteste natürliche Komposter so viel unangenehmes Gas? Hier die häufigsten Ursachen:
Zu viel Luftaufnahme
- Zu schnelles Fressen führt zu übermäßiger Schwalmluft
- Chronisches Kauen von Spielzeugen oder rohem Leder kann Luftschlucken begünstigen
Übermäßige Gasproduktion im Darm
(Durch Darmbakterien bei der Verdauung)
- Nahrungsunverträglichkeiten
- Nahrungsmittelallergien (nicht nur Hautbeteiligung)
- Bakterienüberwucherung durch Fehlernährung (z. B. Müllfressen)
- Chronische Darmerkrankungen (Parasiten bis Krebs)
- Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
Zur Ursachenfindung empfehle ich Stuhl- und Blutuntersuchungen, Röntgen oder Ultraschall. Bei Bedarf folgen Endoskopie, explorative Laparotomie oder CT. Ja, selbst Blähungen können diagnostisch anspruchsvoll sein.
Bei schweren oder akuten Fällen rate ich zu schneller tierärztlicher Abklärung – wo Gas ist, kann mehr dahinterstecken. Für mildere Probleme probiere ich bewährte, schulmedizinisch ergänzende Maßnahmen.
Von Tierärzten empfohlene Tipps gegen Blähungen bei Hunden und Katzen
Nach Ausschluss offensichtlicher Ursachen durch Ihren Tierarzt:
Ernährungsumstellung
Manche Zutaten gasen bei Tieren wie bei Menschen. Eliminiert Sie schrittweise (alle 1–2 Wochen). Oder wechseln Sie zu rückstandsarmen Futtern – immer tierärztlich abgestimmt und langsam umgestellt. Bei Verdacht auf Allergien: Novel-Protein-Diäten mit neuen Proteinen/Kohlenhydraten.
Kleinere, häufigere Mahlzeiten
Gierige Fresser schlucken Luft. Verlangsamen Sie durch Puzzle-Futter Näpfe und kleinere Portionen mehrmals täglich.
Probiotika und Präbiotika
Diese stärken die Darmflora und reduzieren Gasbildung. Lassen Sie sich vom Tierarzt beraten.
Aktivkohle
Einige Gastroenterologen schwören auf Tabletten, die Bakteriengas bindet und beschleunigt.
Tierarzt konsultieren
Manche Rassen (z. B. Elchhunde) vertragen bestimmte Futtermittel schlecht. Sprechen Sie immer mit einem Profi.