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Lymphadenopathie bei Katzen: Symptome, Ursachen und Behandlung – Expertenwissen für Tierbesitzer

Lymphadenopathie bei Katzen

Lymphknoten sind zentrale Bestandteile des Immunsystems Ihrer Katze. Sie filtern das Blut, lagern weiße Blutkörperchen und reagieren als erste auf Infektionen oder Entzündungen im Körper. Bei einer Entzündung im Gewebe schwellen die regionalen Lymphknoten an – eine reaktive Hyperplasie durch vermehrte weiße Blutkörperchen und Plasmazellen als Abwehr gegen Erreger. Unter normalen Bedingungen sind Lymphknoten kleine, unauffällige Strukturen, die im ganzen Körper verteilt sind.

Lymphadenitis beschreibt die direkte Entzündung der Lymphknoten durch Infektionen. Hier wandern Neutrophile (erste Abwehr gegen Bakterien), aktivierte Makrophagen (fressen Erreger) und Eosinophile (kämpfen gegen Parasiten und Allergene) ein, was zu spürbarer Schwellung führt.

Auch Krebszellen können in Lymphknoten nachweisbar sein: primär als malignes Lymphom oder metastasiert aus anderen Körperregionen.

Symptome und Typen

Lymphknoten sind tastbar, Schwellungen oft unter dem Kiefer (submandibular), um die Schulter, popliteal hinter dem Knie oder in der Achselhöhle. Leistenschwellungen erschweren den Stuhlgang, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen deuten auf Unwohlsein hin. Stark vergrößerte Knoten können Futteraufnahme oder Atmung behindern.

Ursachen

  • Lymphoide Hyperplasie: Reaktion auf Erreger mit Überproduktion weißer Blutkörperchen, ohne direkte Infektion der Knoten.
  • Lymphadenitis: Primäre oder sekundäre Infektion der Lymphknoten.
  • Infektionserreger:
    • Sporotrichose: Pilzinfektion der Haut durch Erde, Heu oder Pflanzen (z. B. Rosen); betrifft Haut, Lunge, Knochen, Gehirn – häufig bei Katzen.
  • Bakterien:
    • Rickettsia: Zecken- und Flohübertragung.
    • Bartonella spp.: Stechmücken.
    • Brucella canis: Sexuell während der Zucht.
    • Pasteurella: Atemwege.
    • Yersinia pestis: Flöhe, Nagetiere (Pest).
    • Fusobacterium: Mund, Brust, Rachen, Lunge.
    • Francisella tularensis: Tularämie durch Zecken, Fliegen oder infizierte Kadaver.
    • Mykobakterien: Infektiertes Trinkwasser.
  • Viren:
    • Felines Immundefizienzvirus (FIV).
    • Felines Leukämievirus (FeLV).
  • Nicht-infektiöse Ursachen:
    • Allergene: Lokale Reaktion mit Zellvermehrung.
    • Immunvermittelte Erkrankungen: Überreaktion des Immunsystems.
    • Eosinophile Infiltration: Vermehrung allergie- und parasitenbekämpfender Zellen.
    • Felines hypereosinophiles Syndrom: Übermäßige Eosinophile, oft mit Leukämie, Infektionen, Asthma oder Allergien assoziiert.

Diagnose

Ihr Tierarzt führt eine gründliche klinische Untersuchung durch, inklusive Blutbild, Biochemie, Elektrolyte, Urinanalyse und Blutausstrich. Lymphknotenpunktionen ermöglichen zytologische Analysen auf Infektionen, Tumore oder Pilze. Eine detaillierte Anamnese – Symptome, Umfeld, Reisen – hilft, Ursachen einzugrenken. Ergänzende Tests: FIV/FeLV, Serologie auf Pilze (Blastomyces, Cryptococcus) oder Bakterien (Bartonella). Röntgen und Ultraschall visualisieren Knoten und Organe.

Behandlung

Die Therapie richtet sich gezielt nach der Ursache – Antibiotika bei Bakterien, Antimykotika bei Pilzen oder supportive Maßnahmen bei immunologischen Problemen.

Haltung und Management

Einige Erkrankungen wie Sporotrichose, Francisella tularensis, Yersinia pestis oder Bartonella spp. sind zoonotisch. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach Hygienemaßnahmen, um Übertragung auf Menschen zu vermeiden.