Hämaturie bei Katzen
Blut im Urin, medizinisch Hämaturie genannt, ist ein alarmierendes Symptom bei Katzen und deutet oft auf ernsthafte Erkrankungen hin. Bei jungen Tieren kann eine familiäre Form vorliegen, während bei älteren Katzen Tumore häufig die Ursache sind. Weibliche Katzen sind anfälliger für Harnwegsinfektionen, die zu Blut im Urin führen, als Männchen.
Symptome
Das Hauptsymptom ist sichtbares Blut im Urin, der rot oder bräunlich verfärbt sein kann – oft begleitet von häufigem Harndrang. Bei Tumoren kann der Tierarzt während der Untersuchung eine Masse ertasten. Manche Katzen zeigen Bauchschmerzen.
Bei Gerinnungsstörungen treten zusätzlich Hautblutungen auf, wie Petechien (kleine rote Punkte) oder Ekchymosen (größere Blutergüsse).
Ursachen
- Systemische Ursachen: Gerinnungsstörungen (Koagulopathie), Thrombozytopenie (wenig Blutplättchen) oder Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße).
- Obere Harnwege (Nieren, Harnleiter): Zystische Nierenerkrankung, Nierensteine, Tumore, Infektionen, Nephritis, idiopathische Formen oder Trauma.
- Untere Harnwege (Blase, Harnröhre): Infektionen, Entzündungen, Steine, Tumore, Fehlbildungen oder Trauma.
- Genitalbereich: Brunst, Tumore, Infektionen oder Entzündungen.
- Weitere: Chemotherapie oder unbekannte Ursachen.
Diagnose
Als Tierarzt beginnen wir mit einer detaillierten Anamnese zu Symptomen und Vorfällen. Eine gründliche klinische Untersuchung, Blutbild (inkl. Chemie und Hämatologie) sowie Urinanalyse sind essenziell. Bei Männchen kann eine Samenuntersuchung Prostata-Probleme aufdecken.
Differenzialdiagnosen schließen Ernährungsfaktoren (z. B. Vitamin C-Überdosierung) oder falsch-positive Tests aus. Bildgebung wie Ultraschall, Röntgen oder Kontrastmittel sowie ggf. Biopsie, Zystoskopie oder Vaginoskopie sichern die Diagnose.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache: Antibiotika bei Infektionen, Operation bei Steinen oder Tumoren, Flüssigkeitsgabe bei Dehydration oder Bluttransfusionen bei Anämie. Systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Gerinnungsstörungen (z. B. mit Heparin) müssen vorrangig behandelt werden. Spezielles Futter verhindert Rückfälle bei Urolithiasis.
Wohnen und Management
Die Nachsorge hängt von der Grunderkrankung ab. Regelmäßige Kontrollen gewährleisten die Genesung.