Biliöses Erbrechen-Syndrom bei Katzen
Galle ist eine bittere, gelb-grüne Flüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird. Sie wird bei der Nahrungsaufnahme in den Dünndarm abgegeben, um Fette zu emulgieren und die Verdauung zu fördern. Zudem scheidet sie über den Stuhl Abfallstoffe aus dem Körper aus.
Das biliöse Erbrechen-Syndrom entsteht durch Motilitätsstörungen im Magen-Darm-Trakt: Galle gelangt ungewöhnlich in den Magen, reizt die Schleimhaut und löst Erbrechen aus. Der Mageninhalt bewegt sich nicht normal, was zu diesem Reflux führt. Betroffene Katzen erbrechen gelbliche, gallige Flüssigkeit.
Dieses Problem tritt meist frühmorgens oder spätabends vor dem Fressen auf, besonders bei einmal täglicher Fütterung. Es ist selten und betrifft vorwiegend ältere Katzen gleichermaßen beider Geschlechter.
Symptome und Typen
- Chronisch intermittierendes Erbrechen mit Galle
- Meist morgens oder spätabends vor dem Fressen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Appetitmangel
- Gewichtsverlust
Ursachen
- Genauere Ursache unbekannt
- Erkrankungen mit Gastritis oder Darmentzündung, die die Magen-Darm-Motilität stören
Diagnose
Als Tierarzt beginnen wir mit einer detaillierten Anamnese: Gesundheitsgeschichte Ihrer Katze, Symptombeginn, Häufigkeit des Erbrechens und mögliche Auslöser. Wir führen eine umfassende körperliche Untersuchung durch, ergänzt um Blutbild, Biochemie, Hämatologie und Urinanalyse.
Intermittierendes galliges Erbrechen reicht oft für eine Verdachtsdiagnose. Labore sind meist unauffällig. Röntgen- oder Ultraschallaufnahmen des Abdomens zeigen verzögerte Magenentleerung. Endoskopien weisen selten Auffälligkeiten auf.
Behandlung
Bei fehlender Grunderkrankung wählen wir symptomorientierte Therapien. Prokinetika verbessern die Magenmotilität, fördern die Entleerung und verhindern Reflux. Säurehemmer schützen die Magenschleimhaut vor gallenbedingter Reizung.
Die meisten Katzen reagieren hervorragend; Therapiedauer variiert individuell. Bei chronischen Fällen ist Diätmaßnahmen essenziell: Kleine, häufige Mahlzeiten, auch nachts, halten den Magen gefüllt und normalisieren die Motilität. Fett- und ballaststoffarme Futtermittel unterstützen die Entleerung. Flüssig- oder Dosenfutter eignet sich, da feste Nahrung länger verweilt.
Wohnen und Management
Die Prognose ist bei den meisten Katzen ausgezeichnet – mit Diät und Medikamenten erholen sie sich schnell.