Von Jennifer Coates, DVM
Wenn Sie an stinkende Haustiere denken, fallen Katzen selten als Erstes ein. Ihre berühmte Sauberkeit ist ja einer der Hauptgründe, warum wir sie lieben. Ein unangenehmer Geruch von Ihrer Katze ist daher ein Alarmsignal – meistens deutet er auf ein ernsthaftes Problem hin.
Als erfahrene Tierärztin rate ich: Achten Sie genau auf die Art des Geruchs und seine Herkunft am Körper Ihrer Katze. So finden Sie schneller die Ursache.
Mundgeruch
Ein gesundes Katzenmaul riecht neutral. Häufigste Ursache für üblen Mundgeruch sind Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Plaque und Zahnstein, entzündetes Zahnfleisch, lockere Zähne oder Taschen im Zahnfleisch schaffen ideale Bedingungen für Bakterien, die faulig riechen. Essenreste verrotten dort, Fremdkörper, Verletzungen oder Tumore verschärfen das Problem.
Auch systemische Krankheiten können den Atem beeinflussen: Nierenversagen verursacht einen ammoniakartigen Uringeruch, Diabetes einen süß-fruchtigen oder nagellackähnlichen Geruch, Lebererkrankungen oder Darmverschlüsse einen fäkalen Odor.
Hautgeruch
Die Haut ist eine weitere gängige Geruchsquelle. Infektionen entstehen oft durch Wunden, Allergien, Parasiten, Krebs oder Immunschwächen, die die Hautbarriere stören.
Bakterien riechen meist faulig, manchmal süßlich. Hefepilze erzeugen einen muffigen Duft. Bei Abszessen – oft von Katzenbisswunden – strömt eitriger, widerlicher Geruch aus.
Kranke oder unbewegliche Katzen (z. B. durch Arthritis oder Übergewicht) pflegen sich schlechter. Das Fell wird fettig und riecht ranzig.
Ohrgeruch
Ohrinfektionen bei Katzen gehen fast immer mit Geruch einher. Hefepilze (muffig) treten bei Allergien oder veränderten Ohrbedingungen auf. Bakterien riechen übel oder süßlich und hängen oft mit Polypen, Tumoren oder Fremdkörpern zusammen. Ohrmilben erzeugen dunklen, kaffeesatzähnlichen Belag mit starkem Gestank.
Heckgeruch
Gesunde Katzen sind Meister der Selbstpflege – Urin- oder Kotgeruch vom Hinterteil ist selten. Bei Arthritis, Fettleibigkeit oder Krankheit klappt das nicht mehr.
Durchfall (besonders bei Langhaaren) oder Harnwegsinfekte hinterlassen Rückstände. Analdrüsen produzieren moschus- oder fischigen Sekret – normalerweise nur bei Stress freigesetzt. Infektionen, Tumore oder Funktionsstörungen machen den Geruch chronisch.
So beheben Sie unangenehme Gerüche bei Katzen
Manchmal ist die Ursache harmlos, z. B. stinkendes Futter oder Müllspaziergang. Bei unklarer Quelle: Sofort zum Tierarzt! Ich empfehle eine gründliche Untersuchung inklusive Maul-, Haut-, Ohr- und After-Check. So diagnostizieren und behandeln wir gezielt.