Ophthalmia Neonatorum
Bei neugeborenen Kätzchen kann eine Infektion der Bindehaut – der Schleimhaut, die die Innenseite der Augenlider und den Augapfel auskleidet – oder der Hornhaut, der transparenten Vorderhülle des Auges, auftreten. Diese Infektion entsteht meist, nachdem sich die Augenlider bei etwa 10 bis 14 Tagen geöffnet haben.
Häufig wird sie durch infektiösen Vaginalausfluss der Mutterkatze bei der Geburt übertragen. Auch eine unhygienische Umgebung begünstigt Infektionen. Verursacher sind oft Bakterien wie Staphylococcus spp. oder Streptococcus spp. sowie das Feline Herpesvirus. Ohne Behandlung droht bleibende Erblindung.
Symptome und Typen
- Bindehautentzündung mit Rötung, Schwellung und Ausfluss
- Verklebte Ober- und Unterlider durch getrockneten, verkrusteten Ausfluss
- Augenlider haften am Augapfel
- Eitriger oder schleimig-eitriger Augenausfluss
- Aufgeworfene Lider durch Schwellung oder Flüssigkeitsansammlung in der Augenhöhle
- Hornhautgeschwüre (Löcher in der Hornhaut durch Bakterien)
- Eingefallener Augapfel
Ursachen
- Vaginale Infektionen der Mutterkatze vor der Geburt
- Unsaubere Umgebung der Neugeborenen
Diagnose
Ihr Tierarzt untersucht das Kätzchen gründlich und erfragt die Anamnese zur Schwangerschaft, Geburt und Gesundheit der Mutterkatze. Bei Verdacht auf übertragene Infektion wird ein Vaginalabstrich der Königin genommen. Vom Kätzchen selbst erfolgt ein Abstrich des Augenausflusses.
Zur Überprüfung auf Verletzungen färbt der Tierarzt die Hornhaut mit Fluorescein an – ein leuchtendes Gelb-Orange-Farbstoff, der Kratzer und Fremdkörper sichtbar macht. Bei systemischen Erkrankungen können Blutbild, Chem profil, Urinanalyse und Elektrolyte geprüft werden.
Behandlung
Der Tierarzt befeuchtet und trennt vorsichtig die verklebten Lider, spült das Auge und entfernt infiziertes Material. Warme Kompressen verhindern neues Verkleben. Es wird eine topische Antibiotika-Salbe verschrieben.
Pflege und Management zu Hause
Zu Hause wenden Sie warme (nicht heiße) Kompressen an und verabreichen die Antibiotika konsequent. Beobachten Sie den gesamten Wurf auf Symptome, da Infektionen ansteckend sein können. Isolieren Sie nur auf tierärztlichen Rat, um die Bindung zur Mutter und Geschwistern zu wahren.
Halten Sie Schlafbereiche sauber, desinfizieren Sie regelmäßig. Reinigen Sie die mütterlichen Zitzen nur mit warmem Wasser – keine Seife, um Risse zu vermeiden – oder wie vom Tierarzt empfohlen.