Von Carol McCarthy
Wenn es um die Mundhygiene Ihrer Katze geht, dürfen Sie nicht nachlässig sein. Zahnfleischentzündungen – auch Gingivitis genannt – können jede Katze betreffen.
Zahnfleischentzündungen sind eine chronische Entzündung des Zahnfleisches, die sich genau dort entwickelt, wo Zahn und Zahnfleisch aufeinandertreffen, erklärt Dr. Cathy Lund, Inhaberin der katzenexklusiven Tierarztpraxis City Kitty in Providence, R.I., und Vorstandsmitglied der Association of Feline Practitioners. Während der Körper gegen Plaque, Zahnstein und Bakterien ankämpft, leidet die Zahngesundheit. Langfristig schädigt die Erkrankung Zahn, Wurzel und Kieferknochen, was Schmerzen, Infektionen und Zahnverlust verursacht.
Tierärzte wissen nicht genau, warum manche Katzen anfälliger sind. Menschliche Zahnärzte führen es oft auf Mundchemie oder genetische Faktoren zurück; manchmal löst ein Atemwegsvirus es aus. Genetik spielt bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle, und Zahnfleischentzündungen können eine Manifestation davon sein – eine definitive Ursache ist jedoch unbekannt.
Unabhängig davon müssen Katzenbesitzer vorbeugen und auf offensichtliche sowie subtile Anzeichen achten. Dazu gehören:
- Mundgeruch
- Wutetes, rotes Zahnfleisch
- Blutungen (aus Mund oder Nase), teils spontan
- Sabbern
- Schwierigkeiten beim Fressen
- Fressen auf einer Mundseite oder Kauen mit Versatz
- Appetitlosigkeit
- Leichte Gesichtsschwellung
- Lockere oder fehlende Zähne
- Ungepflegtes Aussehen oder Vernachlässigung der Fellpflege
So sieht eine Zahnfleischentzündung bei Katzen aus
Entzündetes Zahnfleisch ist leicht erkennbar: Es wirkt heiß, rot und gereizt. "Dann wissen Sie, dass es Ihrer Katze unwohl ist", sagt Lund. Eine leichte Schwellung im Gesicht ist ebenfalls möglich.
Probleme beim Fressen entstehen nicht durch Zahnschmerzen – Katzen nutzen ihre Zähne beim Essen kaum, betont Dr. Lund. Das Unbehagen kommt beim Herausstrecken der Zunge, um Futter aufzunehmen und in den Rachen zu befördern. Diese Bewegung reizt das Zahnfleisch. "Es schmerzt, die Zunge zu bewegen, daher lassen viele Katzen es sein – manche hören sogar ganz auf zu fressen", erklärt sie.
Sogar ein ungepflegtes Fell kann ein Hinweis sein. Katzen putzen sich normalerweise mit der Zunge, was bei Zahnfleischschmerzen unmöglich wird.
In schweren Fällen entwickelt sich eine Stomatitis, eine Entzündung der gesamten Mundhöhle. "Es ist wie Lupus im Mund", beschreibt Dr. Lund. Betroffene Katzen können nicht mal ihren Speichel schlucken, sabbern stark und ähneln Bassett Hounds. Hier ist oft eine Operation nötig.
Bei fortgeschrittenen Stadien droht schmerzhafte Zahnresorption: Die Zähne versinken im erkrankten Zahnfleisch, bis der Körper sie resorbiert.
Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen bei Katzen
Gründliche professionelle Zahnreinigung ist der Schlüssel, rät Lund. Das umfasst zweimal jährliche Termine unter Narkose mit Reinigung, Röntgen, Polieren und ggf. Extraktion kranker Zähne. Manche Katzen reichen jährliche Checks, andere brauchen sie alle drei Monate.
Röntgenbilder sind essenziell: "Der sichtbare Zahn ist nur die Spitze des Eisbergs. Röntgen zeigt Wurzel- und Kieferprobleme", erklärt Lund.
Ja, Narkose ist bei Katzen standardmäßig notwendig. Moderne Anästhesie ist sicher, auch für Ältere – Vorerkrankungen wie Hyperthyreose werden zuvor behandelt.
Behandlungsoptionen bei Zahnfleischentzündungen
Bei extremer Stomatitis kann eine vollständige Zahnextraktion helfen. Es klingt drastisch, lindert aber Schmerzen – Katzen essen problemlos ohne Zähne, da sie auf die Zunge angewiesen sind.
Bei bakteriellen Ursachen empfehlen Tierärzte Antiseptika im Trinkwasser, Mundspülungen, topische Antibiotika oder spezielle Diäten gegen Plaque-Bakterien.
Zu Hause können Sie Zähne bürsten – Katzen mögen es nicht immer, doch es hilft.
Ihr Tierarzt wählt die passende Therapie basierend auf Diagnose. "Zuerst klären, womit man es zu tun hat", betont Lund.
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