Holly ist seit vielen Jahren Pferdebesitzerin, Züchterin und Trainerin. Mit 8 Jahren bekam sie ihr eigenes Pony.

Seit meiner Kindheit bin ich Pferdefan. Unser erstes Familienpferd kam, als ich fünf oder sechs war, und mit acht durfte ich mein eigenes Pony haben. Seitdem habe ich unzählige Pferde besessen, trainiert und gepflegt – darunter Quarter Horses, Appaloosas, Morgans, Vollblüter, Araber, Paints, Tennessee Walking Horses, Zugkreuze, Welsh Ponys, Shetland Ponys und Miniaturpferde.
Manche Rassen sind von Natur aus ruhiger und temperamentvoller als andere. Heißblütige wie Vollblüter, Araber oder Barb-Pferde wirken oft lebhafter, während Kaltblüter und Zugpferde entspannt bleiben. Suchen Sie die ruhigsten beliebten Rassen, die besonders für Anfänger geeignet sind? Basierend auf meiner jahrelangen Praxis stelle ich Ihnen hier meine Top 5 vor.
Beachten Sie: Das sind allgemeine Erfahrungen. Jedes Pferd ist individuell – abhängig von Persönlichkeit und Ausbildung. Ich kenne sogar eine Vollblutstute, die eines der ruhigsten Pferde war, die ich je ritt.

1. American Quarter Horse
Meine absolute Favoritenrasse! Ursprünglich als Ranchpferd im US-Südwesten gezüchtet, sind Quarter Horses bekannt für ihr ruhiges Wesen und ausgezeichnetes Temperament. Sie lieben es zu reiten und zu arbeiten – das steckt in ihren Genen. Ideal für Rinderarbeit, Reining, Timed-Events, Trailriding oder Freizeitreiten. Ein gutes Quarter Horse eignet sich perfekt für die ganze Familie.
Ich schwärme besonders für das klassische „Bulldog“-Type (Foundation): kompakt, muskulös mit kräftigen Knochen. Die größeren, langbeinigen Varianten ähneln temperamentmäßig eher Vollblütern. Die AQHA ist das weltweit größte Register mit vielen Shows, Jugendprogrammen und Aktivitäten.

2. Tennessee Walking Horse
Diese US-Rasse entstand Ende des 18. Jahrhunderts in Tennessee. Walker sind groß, elegant und berühmt für ihren extrem glatten Laufgang – perfekt für langes, bequemes Reiten.
Sie sind ruhig, lernwillig und trittsicher, was sie zu Top-Trailpferden macht. Viele werden sogar für die Jagd genutzt, wo Reiter vom Pferderücken aus schießen – ein Beweis für ihre Gelassenheit.

3. Der Morgan
Diese vielseitige US-Rasse aus Neuengland (Ende 17. Jh.) ist kompakt, muskulös mit starkem Rücken. Morgans blühen bei menschlichem Kontakt auf und sind Partner für jede Disziplin.
Ihr ruhiges Temperament macht sie ideal für berittene Polizei: Lärm, Massen und Verkehr stören sie nicht. Häufig als Schulpferde eingesetzt, da sie geduldig mit Anfängern umgehen.

4. Der Appaloosa
Mein persönlicher Favorit mit atemberaubenden Fellmustern und spannender Geschichte. Von den Nez-Perce-Indianern gezüchtet, einer der ersten Stämme mit selektiver Pferdezucht.
Ich habe viele Appaloosas trainiert – Stuten, Hengste, Wallache, Fohlen: Alle waren sanftmütig, nicht nervös oder scheu. Wir ritten sie in Shows, Paraden, Trails und bei Rinderarbeit. Sogar ein Hengst war kinderfreundlich und anfängerfest. Ihre Trittsicherheit macht sie zu exzellenten Wanderpferden.

5. Zugkreuze
Zugpferde wie Shires, Belgier, Percherons, Suffolk Punches oder Clydesdales sind „sanfte Riesen“ mit süßem Charakter. Ihre Größe kann Anfänger einschüchtern – daher empfehle ich Kreuze aus Zug- und Reitpferden.
Solche Hybriden sind ideal für Trails und Freizeit, aber auch zum Ziehen von Wagen oder Lasten. Perfekt für Einsteiger!
Geschlecht spielt eine Rolle
Hengste sind selten anfängerfreundlich, selbst für Profis. Stuten können liebevoll, aber launisch sein. Wallache (kastrierte Hengste) sind meist die beste Wahl: hormonell stabil, ohne Stimmungsschwankungen oder Territorialverhalten.

Alter ist entscheidend
Ältere Pferde mit Erfahrung sind ruhiger und gelassener – sie kennen die Welt. Junge Pferde erschrecken leichter. Vermeiden Sie „grüne“ Pferde für Kinder: Besser ein gut eingerittenes, älteres Tier wählen.
Vor dem Kauf
Keine Rasse ist garantiert ruhig – prüfen Sie individuell. Nehmen Sie einen erfahrenen Trainer mit, lassen Sie tierärztlich untersuchen. Alter, Geschlecht und Ausbildung zählen!
Dieser Inhalt basiert auf der Expertise der Autorin und ersetzt keine professionelle Beratung.