Marty ist seit über einem Jahrzehnt passionierter Züchter tropischer Fische. Er hält Endler erfolgreich seit Februar 2013 und teilt hier seine fundierten Erkenntnisse.

Was sind Endler?
Endler (Poecilia wingei) sind kleine, farbenprächtige lebendgebärende Zahnkarpfen aus Venezuela. Diese tropischen Fische sind im Aquarienbereich relativ neu: Die meisten Stämme kamen erst nach 2006 nach Europa und in die USA.
Woher stammen Endler?
Endler wurden 1937 erstmals von Franklyn F. Bond in der Laguna de Patos in Venezuela entdeckt. Sie gerieten in Vergessenheit, bis Dr. John Endler sie 1975 wiederfand und ihre metallisch grüne Färbung bewunderte.
Viele der originalen Endler von 1975 kreuzten sich oder verloren ihre Farbe, sodass sie fast aus dem Hobby verschwanden.
In den letzten Jahren wurden diese faszinierenden Fische glücklicherweise neu gesammelt und weltweit verteilt – zum Genuss aller Aquarianer.
Zwei Hauptregionen Venezuelas für Endler-Sammlungen
Bisher wurden Endler in zwei Regionen Venezuelas gefunden:
- Cumaná-Region
- Campoma-Region
Cumaná-Endler
Viele Cumaná-Endler in US-Aquarien stammen aus der Laguna de Patos. Sie wurden von Armando Pau gesammelt und von Adrian Hernandez (AdrianHD) gezüchtet und eingeführt.
Campoma-Endler
Die gängigen Campoma-Endler im Hobby wurden von Phil Voisin (Philderodez) aus den Niederlanden gesammelt und vermarktet.

Die Freude am Halten von Endlern
Endler sind ein Highlight im Aquarium: Ihre lebendigen Farben und Muster fesseln den Blick. Sie nutzen den gesamten Beckenraum für Futter- und Balzverhalten und kommen neugierig an die Scheibe, wenn Fütterzeit ist.
Pflege von Endlerfischen
Endler sind robust und unkompliziert:
- Sie fressen vielfältig, reicht aber hochwertiges Flockenfutter in feiner Körnung.
- Begrünte Becken mit guter Beleuchtung werden geschätzt.
- Jeder Filter eignet sich, solange er Jungfische nicht einsaugt.

Endler züchten
Zucht ist kinderleicht: Männchen und Weibchen zusammen – schon kommen die ersten Jungfische. Als Lebendgebärende werfen sie lebende Nachkommen, die in Monaten selbstständig sind.
Zuchterfolg kann scheitern lassen
Die explosive Vermehrung überlastet schnell das Becken biologisch. Hohe Fischdichte führt zu Giftstoffen und Krankheiten wie Ichthyophthirius multifiliis (Ich) oder Auszehrungskrankheit.

Ich (Ichthyophthirius multifiliis)
Ich ist ein Kiemenwurmparasit, der wie Salzkrusten wirkt. Bei Verdacht: Gesamtbecken behandeln – mit Salz und Temperaturerhöhung oft erfolgreich. Bei Härte Medikamente einsetzen, aber Anweisungen strikt befolgen, um Schäden wie Unfruchtbarkeit zu vermeiden.

Auszehrungskrankheit
Ursachen vielfältig: Parasiten, Infektionen oder Mangel. Fische magern ab. Behandlung mit Salz, Kombi-Medikamenten oder All-in-One-Lösungen – Ursache ermitteln!

Geschwächte Endler
Genesene Endler sind anfällig: Monatelang beobachten, um Rückfälle zu verhindern.
Endler vom Aussterben bedroht?
Ihr Habitat in Venezuela leidet unter Verschmutzung und Raubbau – politische Unsicherheit verschärft das. Neue Varianten tauchen auf, doch Wildbestände schrumpfen.
Risiko für reine Endler
Endler kreuzen leicht mit Guppys. Weibchen speichern Sperma monate- oder jahrelang. Weibliche Endler ähneln Guppy-Weibchen stark – Reinrassigkeit erfordert Trennung.
Zufällige Hybridisierung
Selbst bei Sorgfalt: Fische springen über. Reine Zucht? Keine Guppys in der Nähe!

Natürliche Hybride in der Wildnis
Viele Wild-Endler sind Hybride. Männliche Guppys zwingen mit Gonopodium-Haken zur Paarung; Endler-Männchen balzen subtiler. Streit um "reinere" Campoma vs. Cumaná-Linien hält an.

Hybride züchten – gut oder schlecht?
Bei Bedrohung reiner Linien: Hybride bereichern das Hobby mit Schönheit. Wichtig: Klar kennzeichnen! Zoofachhandel meiden für Reine – Hybridenrisiko hoch.
Dieser Artikel basiert auf der Expertise des Autors. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen sofort zum Fachmann!