Jessica liebt alles Lebendige und glaubt daran, jeder Kreatur mit Respekt zu begegnen.

Gänse sind faszinierende und eigenwillige Vögel, die eine Bereicherung für jeden Hof sein können. Allerdings sollte man sich ihrer Größe und ihres Temperaments bewusst sein, bevor man sich für die Gänsehaltung entscheidet. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von Gänsen als Haustiere.
1. Wachhunde mit Federn: Gänse als Alarmanlage
Gänse sind ausgezeichnete Wachtiere. Ihr ausgeprägtes Territorialverhalten und ihr lautes Geschnatter machen sie zu effektiven Beschützern Ihres Grundstücks. Viele Menschen haben Respekt vor Gänsen, und ihr Seh- und Hörvermögen ist dem des Menschen überlegen. Sie sind schwer zu überlisten und schlagen bei ungewöhnlichen Ereignissen sofort Alarm.
Wer zusätzliche Sicherheit sucht, findet in Gänsen beeindruckende Wachleute. Sie kennen und verteidigen ihr Zuhause instinktiv und schrecken Raubtiere und Eindringlinge ab. Ein lautes Geschnatter dient als zuverlässige Warnung.
2. Riesige Eier von glücklichen Gänsen
Gänseeier sind nicht nur riesig, sondern auch köstlich. Ihr Geschmack ähnelt Enteneiern und ist intensiver als bei Hühnereiern. Sie können Gänseeier wie gewohnt zum Kochen und Backen verwenden, sollten aber ihre Größe berücksichtigen: Ein Gänseei entspricht etwa drei Hühnereiern oder zwei Enteneiern.
Die Legeperiode von Gänsen ist saisonabhängig. Sie benötigen etwa 10 Stunden Tageslicht, um Eier zu legen, daher erfolgt die Eierproduktion hauptsächlich im Frühjahr und Sommer. Mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 30-50 Eiern sind Gänseeier eine besondere Delikatesse!

3. Robust und langlebig: Das lange Leben der Gans
Gänse sind robuste Tiere mit einer hohen Lebenserwartung. Im Durchschnitt erreichen sie ein Alter von 10-20 Jahren, wobei es zahlreiche Berichte über noch ältere Gänse gibt. Der Guinness World Records verzeichnete eine Gans mit einem Alter von 49 Jahren als ältesten Vertreter ihrer Art.
Ein Ganter namens George, der Florence Hull aus Thornton, Lancashire, UK, gehörte, starb am 16. Dezember 1976 im Alter von 49 Jahren und 8 Monaten. George wurde im April 1927 geboren.
Gänse sind äußerst widerstandsfähig und passen sich gut an kalte Klimazonen an. Ein einfacher Unterschlupf für die Nacht genügt, um sie warm und sicher zu halten – eine zusätzliche Heizung ist nicht erforderlich. Zudem sind sie weniger anfällig für Krankheiten und Parasiten als Enten und Hühner und trotzen mühelos kaltem und nassem Wetter.

4. Liebevolle und treue Begleiter
Einige Gänse entwickeln eine sehr enge Bindung zu ihren Haltern. Diese Gänse folgen ihren Menschen auf Schritt und Tritt und suchen sogar Körperkontakt, indem sie ihren Hals an sie schmiegen. Ihre verspielte und neugierige Natur sorgt dafür, dass sie immer mitten im Geschehen sein wollen.
Besonders stark ist die Bindung, wenn man die Gänse selbst ausbrütet und aufzieht. Gänseküken können sich sogar auf Menschen prägen, wenn diese das Erste sind, was sie nach dem Schlüpfen sehen. Dadurch entsteht eine extrem enge Bindung, da die Gans den Menschen als ihre Mutter ansieht. Die Gans wird ihren Halter von anderen Menschen unterscheiden und stets in seiner Nähe sein wollen!
Nachteile der Gänsehaltung
Trotz all dieser positiven Eigenschaften sollte man sich vor der Anschaffung einer Gans auch der Nachteile bewusst sein. Wie bei jedem Haustier gibt es Aspekte, die gegen die Gänsehaltung sprechen könnten.
1. Gänse sind nicht gerade sauber
Wer bereits Erfahrung mit Entenhaltung hat, weiß, wie unordentlich Geflügel sein kann. Gänse machen ähnliche Verschmutzungen wie Enten, nur in größerem Maßstab! Sie lieben es, im Wasser zu planschen, weshalb ein separater Badebereich außerhalb des Hauptauslaufs ideal ist. Andernfalls kann sich der Lebensraum der Gänse schnell in eine Schlammlandschaft verwandeln!
Gänse fressen Gras, Sand und Wasser, wodurch sie auch Pflanzen im Garten nicht verschmähen. Das ist zwar praktisch, wenn man Unkraut auf natürliche Weise entfernen möchte, aber weniger erfreulich, wenn man einen gepflegten Garten haben möchte. Gänse fressen alles, was ihnen vor den Schnabel kommt.

2. Aggressives Verhalten möglich
Gänse können mitunter aggressiv sein. Sie verteidigen ihr Territorium vehement und können Menschen angreifen. Insbesondere Ganter können während der Paarungszeit aggressives Verhalten zeigen. Ein Angriff einer Gans ist deutlich gefährlicher als der eines Hahns oder einer Ente, weshalb man bereit sein muss, sich durchzusetzen. Dieser Artikel (Link zum Artikel) gibt wertvolle Tipps zum Umgang mit aggressiven Gänsen.
Nicht alle Gänse sind aggressiv, aber für Anfänger in der Geflügelhaltung sind sie möglicherweise keine gute Wahl!
3. Größe als Herausforderung
Gänse sind größer als die meisten anderen Geflügelarten, was einige Herausforderungen mit sich bringt. Sie benötigen mehr Platz für die Haltung und zum Herumstreifen, sind schwieriger zu handhaben und haben einen höheren Futterbedarf.
Einige Gänse können bis zu 6 kg wiegen und eine Flügelspannweite von bis zu 2 Metern erreichen. Pro Vogel sollte man etwa 2-3 Quadratmeter Fläche einplanen, und ein Wasserbereich zum Spielen steigert das Wohlbefinden der Tiere. Aufgrund ihrer Größe ist es wichtig, dass man sich im Umgang und der Pflege von Gänsen wohlfühlt.

4. Lautstärke als Faktor
Gänse sind sehr laut. Dies ist zwar ein Vorteil als Wachtier, kann aber je nach Wohnsituation problematisch sein. Wenn die Nachbarn in unmittelbarer Nähe wohnen, werden sie das laute Geschnatter der Gänse am Morgen (oder tagsüber, wenn sie bei jeder Kleinigkeit Alarm schlagen) möglicherweise nicht schätzen.
Wer auf dem Land lebt und sich an lauten Geräuschen nicht stört, wird damit kein Problem haben! Es ist jedoch ein wichtiger Aspekt, den man berücksichtigen sollte.

Weiterführende Literatur
- Ein Dutzend faszinierende Fakten über Gänseeier
- Älteste Gans in Gefangenschaft aller Zeiten
- Prägung bei Gänschen und Enten
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