Depressionen gelten als einer der größten unsichtbaren Risikofaktoren für Menschen – sie betreffen bis zu jeder zweiten oder dritten Person und können unbehandelt zu schweren Folgen wie Suizid führen. Doch auch Haustiere sind nicht immun.Ähnlich wie bei uns Menschen können Hunde und Katzen unter Depressionen leiden. Häufige Auslöser sind große Lebensveränderungen, Traumata oder sogar Erkrankungen. Experten warnen, dass Hunde intensiv trauern können. Eine aktuelle Studie zeigt sogar, dass sie einen 'Back-to-School-Blues'-ähnlichen Effekt erleiden, wenn die Familie nach Pausen wieder in den Alltag startet.
Dr. Nick Dodman von der Cummings School of Veterinary Medicine an der Tufts University in Massachusetts erklärt: Haustiere fühlen sich verlassen, wenn Besitzer zur Arbeit zurückkehren oder Kinder die Schule wieder aufnehmen. Das löst extreme Emotionen aus – von überschwänglicher Freude bis hin zu Heulen, Kratzen an Türen oder Zerstören von Gegenständen. Frühes Erkennen und Handeln ist entscheidend.
Trigger identifizieren
Wenn Sie die Auslöser kennen, lassen sie sich gezielt bekämpfen. Umzüge, Verlust von Familienmitgliedern, Isolation oder Umweltveränderungen belasten Hunde stark. Langes Alleinsein ist pure Vernachlässigung und ein häufiger Grund für Traurigkeit.
"Unser fünfjähriger Labrador Ginger hat sich verirrt und den Weg nach Hause nicht gefunden. Es war hart für uns – und für sie. Wir fanden sie Tage später wohlbehalten, doch sie war verändert: mürisch, viel ruhiger als sonst, im Traumaschock", berichtet Besitzer Joseph Gomez.
Hunde können auch chemische Ungleichgewichte entwickeln, die zu klinischer Depression führen. Tierärztin Anushka Tripathi betont: "Hunde spiegeln unsere Trauer wider. Ihre Stimmung färbt auf sie ab."
Anzeichen auf Depressionen achten
Hier die wichtigsten Symptome:
Rückzug: Ihr Hund meidet Spaziergänge, Spiel oder Lieblingsaktivitäten und sitzt nur noch apathisch herum.
Appetitverlust: Ständiges Desinteresse am Futter, obwohl Hunde normalerweise regelmäßig hungrig sind.
Veränderte Schlafmuster: Manche Hunde schlafen übermäßig, andere werden unruhig und schlaflos – individuell verschieden, sagt Tripathi.
Lethargie: Langsamkeit, langes Sitzen an einem Fleck, Desinteresse an Bewegung oder Spiel.
Tipps für Besitzer: So helfen Sie Ihrem Hund
- Vermeiden Sie übertriebene Mitleidsbekundungen, die Symptome verstärken könnten.
- Füttern Sie regelmäßig, auch bei Appetitmangel.
- Prüfen Sie auf Verletzungen und gehen Sie zum Tierarzt.
- Bei anhaltenden Symptomen: Spezialisten konsultieren.
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