Kamele meistern die trockensten, heißesten und kargsten Regionen der Erde. Doch wie finden sie Nahrung in scheinbar leeren Wüstenlandschaften?
Alle drei Kamelarten – Camelus dromedarius, Camelus bactrianus und Camelus ferus – haben sich hervorragend an das Wüstenleben angepasst, wie das Natural History Museum, London (NHM) berichtet. Neben ihren ein- oder zweihöckerigen Fettreserven, die kein Wasser speichern, besitzen sie spezialisierte Lippen für raue Wüstenpflanzen.
Ihre geteilte Oberlippe bewegt sich unabhängig, um nah am Boden kurze Gräser zu rupfen – essenziell in der langsam wachsenden Wüste, erklärt der Zoo von San Diego.
Ledrige, zähe, aber flexible Lippen ermöglichen das Abbeißen dorniger oder salziger Pflanzen wie Salzbusch. Fleischige Papillen im Mund schützen vor Stacheln und erleichtern das Manipulieren und Schlucken, so das NHM.
Dromedare ernähren sich primär von „dornigen Pflanzen, trockenen Gräsern und Salzbusch“, berichtet der Zoo von Oakland. Sie fressen nahezu alle verfügbaren Wüstenpflanzen: Gräser, Blätter, Zweige sowie Triebe des Saxaul-Strauchs (Haloxylon). Zudem Stängel und Blätter von Salsola, Ephedra und Zygophyllum, nach der San Diego Zoo Wildlife Alliance.

Zweihöckrige Kamele (C. bactrianus und C. ferus) in der Mongolei bevorzugen Caragana, Haloxylon, Reaumuria und Salsola, ergänzt die Zoo Alliance.
Nach dem Verschlucken gelangt das Futter in die drei bis vier Mägen. In den ersten beiden wird es vorgefermentiert, als Kugel wieder hochgewürgt, gekaut und erneut geschluckt. Mikroben in den folgenden Mägen vollenden die Verdauung, so die Zoo Alliance.
Bei Nahrungsmangel überleben Kamele laut PBS über eine Woche ohne Wasser und monatelang ohne feste Nahrung.