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Perfekt geformte Koprolithen füllen 9 Millionen Jahre alten Fischschädel – Eine paläontologische Sensation

Perfekt geformte Koprolithen füllen 9 Millionen Jahre alten Fischschädel – Eine paläontologische Sensation

In einer Premiere der Paläontologie haben Wissenschaftler Hunderte winziger, versteinerten Fäkalienpellets entdeckt, die vor etwa 9 Millionen Jahren in einem Fischschädel eingepackt waren. Diese Koprolithen stammen von Aasfressern – vermutlich Würmern –, die den verrottenden Fischkopf inklusive Gehirn fraßen.

Beim Verzehr des Fleisches produzierten die Würmer Ketten und Ansammlungen ovaler Pellets, jeweils rund 2,5 Millimeter lang. Trotz ihrer geringen Größe häuften sie sich an: Am Ende füllten Hunderte Pellets das Fischgehirn vollständig aus.

Das Fossil wurde in den Calvert Cliffs, Maryland, gefunden – einer reichen miozänen Lagerstätte (18 bis 8 Millionen Jahre alt). Der Schädel gehört zu Astroscopus countermani, einem bodenlebenden Raubfisch (Stargazer). Die Pellets werden als Coprulus oblongus klassifiziert. Weitere Koprolith-Ansammlungen haften an versteinerten Schnecken, Muscheln und Seepocken.

Bemerkenswert: Ein 18 Zentimeter langer Koprolith eines Wirbeltieres, möglicherweise eines Krokodils, mit Bohrgängen unbekannter Tiere. Die Studie erschien in der Märzausgabe 2022 der Rivista Italiana di Paleontologia e Stratigrafia.

Calvert Cliffs lieferten Fossilien von Haien, Fischen, Schildkröten, Krokodilen, Seevögeln und Robben. Mikrokoprolithen von Wirbellosen waren bisher unterbelichtet.

Perfekt geformte Koprolithen füllen 9 Millionen Jahre alten Fischschädel – Eine paläontologische Sensation

Die Pellets wurden durch Größe, Form und Chemie – hoher Kalzium- und Phosphorgehalt – identifiziert, bestätigt Stephen Godfrey, Kurator am Calvert Marine Museum, via zerstörungsfreier Röntgenspektroskopie. (Die Füllung deutet auf Gehirnfraß hin.)

Mögliche Produzenten: Würmer, Schnecken oder Muscheln, aber Landinsekten und Seescheiden ausschlossen. Enge Schädelräume (5 cm) favorisieren quetschenfähige Polychaetenwürmer, so Godfrey.

Perfekt geformte Koprolithen füllen 9 Millionen Jahre alten Fischschädel – Eine paläontologische Sensation

Die einheitliche Form beeindruckt: „Wie und warum ein Wurm so gleichmäßige Koprolithen produziert, ist bemerkenswert“, sagt Godfrey.