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Das größte Spinnentier aller Zeiten: Von prähistorischen Riesen bis zu modernen Giganten

Das größte Spinnentier aller Zeiten: Von prähistorischen Riesen bis zu modernen Giganten

Der Begriff „Spinnentiere“ weckt oft Bilder von gruseligen Spinnen: von lautlos netzspinnenden Wesen in der Ecke bis zu monströsen, haarigen Kreaturen mit messerscharfen Cheliceren, wie Shelob oder Aragog aus der Fantasy. Doch wie groß können diese achtbeinigen Arthropoden wirklich werden? Und was war das größte Spinnentier, das je auf Erden lebte?

Die Antwort ist komplexer, als es scheint. Spinnentiere umfassen nicht nur Spinnen, sondern auch Skorpione, Zecken und kleinere Gruppen. Spinnen sind mit über 50.000 Arten – die 50.000. wurde vor Kurzem entdeckt – die artenreichste Gruppe. Die genaue Abgrenzung bleibt jedoch umstritten.

Spinnentiere gehören zu den Cheliceraten, einer größeren Arthropoden-Gruppe. Traditionell werden Pfeilschwanzkrebse (Xiphosura) und Seeskorpione (Eurypterida) als eng verwandt, aber getrennt betrachtet. Russell Bicknell, Paläontologe an der University of New England in Australien, bestätigt diese klassische Phylogenie. Doch ein neues Paper schlägt vor, dass Pfeilschwanzkrebse und Seeskorpione tatsächlich zu den Spinnentieren gehören.

Das größte Spinnentier aller Zeiten: Von prähistorischen Riesen bis zu modernen Giganten

Thomas Hegna, Assistenzprofessor für Paläontologie an der State University of New York (SUNY) Fredonia, betont: Die molekulare Analyse impliziert, dass Landcheliceraten wie Spinnen und Skorpione vor marinen Formen entstanden. Genetisch plausibel, widerspricht es jedoch dem Fossilienrecord.

Diese Debatte ist entscheidend für die Frage nach dem größten Spinnentier.

Nach traditioneller Sicht ist es eine Spinne. Der massereichste Vertreter, der Goliath Birdeater (Theraphosa blondi), wiegt bis 170 Gramm bei einem Körper von 12 cm Länge – mit Beinen bis 28 cm (AAAS-Daten). Nach Beinspanne führt die Riesenjägerspinne (Heteropoda maxima) mit 30 cm, entdeckt 2001.

Im Fossilienbestand dominiert ein Skorpion: Brontoscorpio anglicus aus dem Silur-Devon (vor 350–450 Mio. Jahren) erreichte fast 1 m Länge – fünfmal länger als heute lebende Skorpione. Basierend auf einem einzelnen Finger-Fossil.

Bei Einbeziehung von Seeskorpionen und Pfeilschwanzkrebsen ändert sich alles. Die größte lebende Pfeilschwanzart, Tachypleus tridentatus, misst 79,5 cm und wiegt 4 kg (Journal of Asia-Pacific Biodiversity, 2017).

Das größte Spinnentier aller Zeiten: Von prähistorischen Riesen bis zu modernen Giganten

Der Rekordhalter aller Zeiten: Jaekelopterus rhenaniae, entdeckt 2007. Mit 46 cm Krallen schätzt man 2,5 m Körperlänge – das größte bekannte Cheliceratum.