DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Opabinia regalis: Das bizarrste Kambriumswunder und sein neu entdeckter Verwandter Utaurora comosa

Opabinia regalis: Das bizarrste Kambriumswunder und sein neu entdeckter Verwandter Utaurora comosa

Opabinia regalis mit seinen fünf Augen, dem nach hinten gerichteten Maul und dem langen Rüssel mit Krallenspitzen – wo die Nase sein sollte – zählt zu den seltsamsten Ikonen der kambrischen Zeit. Dieser uralte Meeresbewohner ist so einzigartig, dass Paläontologen lange keine passende Verwandtschaft im Fossilienbestand fanden.

Das ändert sich nun.

Stellen Sie sich Utaurora comosa vor – ein kleines Meereswesen mit Stachelschwanz, das Millionen Jahre nach Opabinia im heutigen Nordamerika lebte. Erstmals 2008 beschrieben, wurde U. comosa zunächst als Verwandter des furchterregenden Anomalocaris eingestuft, eines klauenbewehrten Apex-Räubers der kambrischen Meere. Doch eine neue Studie stellt dies infrage.

In einem Artikel vom 9. Februar in Proceedings of the Royal Society B analysierten Forscher das einzige bekannte U. comosa-Fossil und verglichen es mit über 50 lebenden und ausgestorbenen Tieren. Ergebnis: U. comosa ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verwandter von Opabinia – nicht von Anomalocaris. Damit ist es das zweite bekannte Mitglied der Opabinia-Familie und das erste seit über 100 Jahren.

„Das seltsamste Wunder des Kambriums steht nicht mehr allein“, schreiben die Autoren.

Opabinia regalis: Das bizarrste Kambriumswunder und sein neu entdeckter Verwandter Utaurora comosa

Terror der Meere?

Vor 541 bis 485 Millionen Jahren erlebten die Erdes Meere in der sogenannten kambrischen Explosion eine Artenvielfalt. Damals erschienen Vorfahren aller großen heutigen Tiergruppen, inklusive der ersten furchterregenden Apex-Räuber: den Radiodonten mit ihren kreisförmigen Sägemäulern und greifenden Klauen.

Das einzige U. comosa-Fossil aus Utahs kambrischer Wheeler-Formation fehlt jedoch an solchen Klauen. Sein zentimeterlanger Körper gliedert sich in 14 oder 15 Furchen mit spitzen Klappen – ähnlich wie bei Opabinia. Trotzdem galt es 2008 als Radiodonte.

Paläontologe Stephen Pates, ehemaliger Harvard-Student und Lead-Autor der Studie, widersprach. Sein Team verglich 125 Merkmale des Fossils mit über 50 Arthropoden-Gruppen – dem größten Tierstamm mit Insekten, Krebstieren und Spinnentieren.

Die Analyse zeigt: U. comosa passt kaum zu Radiodonten, wohl aber eindeutig zu Opabinia.

„Das bedeutet, Opabinia war nicht der einzige Opabiniide“, erläutert Pates in einer Erklärung. „Opabinia war nicht so einzigartig, wie gedacht.“

Diese Entdeckung ist bahnbrechend: Opabinia hat nun Gesellschaft in der Familie. Breiter gesehen offenbart sie, dass Opabiniiden Teil eines größeren evolutorischen Musters waren – Vorläufer moderner Arthropoden mit rückwärtsgerichteten Mündern und segmentierten Körpern, wie Pates gegenüber The New York Times betont.