Von Michael Arbeiter
Das ikonische Bild des stolz vor dem Feuerwehrhaus sitzenden, lachenden Dalmatiners prägt das amerikanische Feuerwehrbild seit über einem Jahrhundert – ebenso wie die hohe Schiebestange, die heulende Sirene oder das knallrote Feuerwehrhaus. Es symbolisiert nicht nur eine der angesehensten öffentlichen Institutionen, sondern das Land selbst. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Sie je einen Dalmatiner auf dem Trittbrett eines Feuerwehrmanns gesehen haben.
"Das entstand in der Zeit, als Feuerlöschpumpen noch von Pferden gezogen wurden", erklärt Brian M. Riedmayer, Sekretär und Vorstandssprecher der Canine Accelerant Detection Association (CADA) sowie ehemaliger Feuerwehrmann. "Dalmatiner rannten bellend durch die Straßen, um den Weg für die Pferde freizumachen. So wurden sie zum internationalen Symbol für Feuerwehrhunde."
Heute spielen diese gefleckten Hunde jedoch kaum noch eine Rolle im Brandschutz. Moderne Feuerwehrhunde sind eher ruhige, zuverlässige Rassen.
Der moderne Feuerwehrhund: Spezialisten für Brandstiftungserkennung
"Feuerwehren setzen meist Pflegehunde ein, wie Labrador Retriever oder Golden Retriever", sagt Riedmayer. "Bei Katastrophen wie dem 11. September oder Gebäudeeinstürzen kommen städtische Such- und Rettungshunde zum Einsatz – trainiert, lebende Menschen zu finden, nicht wie klassische Spürhunde."
Doch das ist nicht der einzige Einsatzbereich. Immer häufiger werden Hunde als Brandbeschleuniger-Erkennungshunde geschult, die Brandorte auf Brandstiftung untersuchen.
"Brandbeschleuniger-Erkennungshunde traten 1986 öffentlich in Erscheinung", berichtet Heather Paul, nationale Koordinatorin des State Farm Arson Dog Program. "Es war ein schwarzes Labrador namens Mattie bei der Staatspolizei von Connecticut, das 11 Jahre lang verdächtige Brände in den USA untersuchte."
State Farm erkannte das Potenzial dieses "unglaublichen Werkzeugs für die Gemeindersicherheit" und übernahm die Förderung solcher Hunde.
Die renommierte Hundetrainerin Victoria Stilwell, die eine Webserie zu diesem Training produziert, erklärt den Ausbildungsprozess: "Das nennt man Prägung. Der Hund lernt, dass der Geruch von Brandbeschleunigern mit Futter belohnt wird. Vom Training bis zum Ruhestand erhält er Futter nur bei Geruchserkennung – immer aus der Hand des Trainers."
Keine Sorge: Die Hunde hungern nie. Paul betont: "Diese Hunde zählen zu den gesündesten der Welt dank ihrer Diät und Bewegung. Sie arbeiten 7–10 Jahre und werden 17–18 Jahre alt."
Nicht nur Dalmatiner: Moderne Feuerwehrhunde in allen Rassen
Labrador Retriever, Golden Retriever und deren Hybriden (Goldador) dominieren, doch andere Rassen sind gefragt. "Das Forstministerium von Alabama setzt einen Bluthund für Waldbrände ein", sagt Paul. "Wir haben Beagles, Deutsche Schäferhunde gesehen."
Sogar Kleine eignen sich: "In unserer Ausbildungsabteilung hatten wir einen Zwergspitz", erinnert Riedmayer.
Tierheime liefern die besten Kandidaten
"Wir holen unsere Hunde aus Tierheimen oder Hilfsprogrammen für Behinderte – sogenannte 'Karrierewechsler'", erklärt Paul. "Oft scheitern sie dort an zu viel Energie oder Schnüffeltrieb – ideale Eigenschaften für Brandhunde."
Feuerwehrhunde senken Brandstiftungsraten
Seit Programmstart vor 20 Jahren kooperierte State Farm mit über 360 Teams; aktuell sind 93 in den USA und Kanada aktiv. Ihr Einsatz wirkt Wunder.
"Ein Hund deckt eine Brandstelle in 30 Minuten ab, wofür Menschen Tage brauchen", sagt Stilwell. "Die Verurteilungsrate steigt von 10 % auf 40–50 %."
Oft schreckt allein ihre Präsenz ab. In Allentown, PA, reduzierte Judge seit 2011 die Brandstiftungen erheblich.
Riedmayer erzählt von einem Restaurantbrand in Südflorida: "Einen Monat später öffnete ich die Tür – meine Hündin Julie setzte sich sofort in Alarmposition, Nase auf die Quelle gerichtet. Neun Funde entlang der Wand – trotz eines Monats Verzögerung!"
Julie ist nun im Ruhestand: "Sie liegt gemütlich um die Couch."
Mehr als Arbeit: Trostspender für Teams
Die Bindung zwischen Handler und Hund hält lebenslang, wie bei Riedmayer und Julie.
"Hunde spüren harten Tagen und spenden Trost – wie Therapiehunde", sagt Paul. "Neben der Kernaufgabe sind sie süß und kuschelig."