Von T. J. Dunn, Jr., DVM
Als erfahrener Tierarzt weiß ich: Es beruhigt, im Voraus zu wissen, was beim Tierarztbesuch auf Sie und Ihr Haustier zukommt. Niemand mag Überraschungen. Bei der jährlichen Routineimpfung nutze ich die Gelegenheit für eine umfassende körperliche Untersuchung Ihres Hundes oder Ihrer Katze.
Präzise Notizen in der Patientenakte sind essenziell für eine lückenlose Krankengeschichte. Während der Untersuchung notiere ich Befunde handschriftlich, die später digitalisiert werden. Unser Computersystem organisiert Impftermine, Medikamentenverläufe, Operationen und Abrechnungen effizient.
Moderne Software gibt Tierärzten Zugriff auf aktuelle Erkenntnisse zu Therapien, Medikamenten und Verfahren. Internet und Datenbanken erweitern unsere Bibliothek zu Hunde- und Katzenpflege für kontinuierliche Weiterbildung.
Ein zentraler Bestandteil ist die Temperaturmessung. Die Normalwerte für Hunde und Katzen liegen bei 101 bis 102,5 Grad – höher als bei uns Menschen. Rektale Messung ist Standard und schmerzfrei. Eine Erhöhung kann schon auf Probleme hinweisen, selbst bei scheinbar gesunden Tieren.
Haut und Fell spiegeln den Gesundheitszustand wider. Glänzendes, geschmeidiges Fell und saubere, nicht schuppige Haut sind ideal. Oft stecken minderwertige Getreidefuttermittel dahinter. Ich frage nach der Fütterung – ein Wechsel zu fleischbasierter Ernährung verbessert Fell, Wohlbefinden und Verhalten oft innerhalb von zwei Wochen. (Schauen Sie in unserem Ernährungsbereich nach Tipps.)
Optimale Ernährung vermeidet viele Hautprobleme. Ergänzungen wie Omega-Fettsäuren können Hot Spots und Infektionen vorbeugen.
Die Ohren prüfe ich gründlich. Sichtbare Infektionen oder Allergien fallen auf, wie hier. Tiefere Probleme entdecken wir frühzeitig und behandeln sie, bevor sie eskalieren. Viele Hunde und Katzen haben Allergien, die zu Haut- und Ohrproblemen führen. Ich zeige Reinigungstechniken und verschreibe passende Medikamente. Kontrollieren Sie die Ohren regelmäßig selbst!
Mit dem Stethoskop höre ich Lunge und Herz ab. Lungenentzündungen sind selten, Herzrhythmusstörungen oder Klappenfehler häufiger. Zuhören ist der erste Schritt. Bei Auffälligkeiten folgen EKG, Röntgen oder Ultraschall. (Keine Sorge, wenn ich konzentriert wirke!)
Der Bauchanschluss ist unerlässlich. Überraschende Funde wie Tumore, Blasensteine oder Schwangerschaften passieren bei Routinechecks. Palpation des Äußeren und Inneren schützt langfristig.
Jede Untersuchung umfasst einen Blick ins Maul – wenn möglich. Mundhygiene wird oft vernachlässigt (siehe unseren Zahnmedizin-Artikel). Entzündungen, lockere Zähne oder Tumore sind häufig symptomarm, besonders bei Älteren. Frühe Behandlung lindert stark.
Die Augen inspiziere ich auf Lidprobleme, Trübungen oder Entzündungen. Häufige Reizungen durch Pollen oder Gräser erkennen wir früh.
Zuletzt prüfe ich Pfoten und Nägel. Lange Nägel kürzen wir (siehe Anleitung zum Nägelschneiden). Ballenverletzungen heilen meist schnell.
Nach dieser Kopf-bis-Fuß-Untersuchung sind wir uns einig: Ihr Tier ist gesund. Nun gilt es, es so zu halten!