Während Harnwegserkrankungen bei Katzen weithin bekannt sind, sind sie bei Hunden ebenso ernst zu nehmen und können lebensbedrohlich werden. Als Tierarzt mit langjähriger Erfahrung rate ich: Seien Sie wachsam!
Was sind Harnwegserkrankungen?
Harnwegserkrankungen umfassen verschiedene Erkrankungen des Harnsystems – dem natürlichen Abflusssystem für Abfallstoffe und überschüssiges Wasser. Dazu gehören Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre. Häufige Probleme bei Hunden sind:
Harnwegsinfektionen bei Hunden
Bakterien dringen in Blase, Harnröhre oder Nieren ein und vermehren sich. Betroffen sind Hunde jeden Alters, doch das Risiko steigt mit dem Alter. Hündinnen sind anfälliger als Rüden. Infektionen können zu Struvit-Blasensteinen führen.
Lesen Sie hier mehr über Harnwegsinfektionen bei Hunden.
Blasensteine bei Hunden
Feste Ablagerungen aus Mineral- und Säuresalzen entstehen durch überschüssige Substanzen im Urin. Manche Rassen sind prädisponiert: Calciumoxalat-Steine bei Schnauzern, Bichons, Lhasa Apsos und Zwergpudeln; Urat-Steine bei Dalmatinern, Yorkshire Terriern und Englischen Bulldoggen. Struvit-Steine resultieren oft aus Infektionen mit zu viel Magnesium, Ammonium und Phosphor. Therapeutische Diäten mit reduziertem pH-Wert und Mineralgehalt können sie auflösen. Ihr Tierarzt behandelt die Infektion und empfiehlt den passenden Plan.
Häufige Symptome von Harnwegserkrankungen bei Hunden
Symptome variieren je nach Schweregrad. Achten Sie auf:
Häufiges Urinieren
Ihr Hund versucht oft zu urinieren, scheidet aber wenig oder nichts aus. Das ist frustrierend und gefährlich – eine Blockade kann toxische Stoffe im Körper ansammeln. Sofort zum Tierarzt: Das ist ein Notfall!
Schmerzhaftes Urinieren
Starke Schmerzen führen zu Lecken am Genital- oder Bauchbereich und erhöhter Reizbarkeit.
Blut im Urin
Verfärbter oder blutiger Urin ist typisch. Hündinnen sind häufiger betroffen.
Urinieren drinnen
Besonders besorgniserregend in Kombination mit anderen Symptomen.
Was tun bei Verdacht auf Harnwegserkrankung?
Harnwegserkrankungen sind behandelbar. Lassen Sie Ihren Hund tierärztlich untersuchen: Urin- und Bluttests, Röntgen oder Ultraschall klären die Diagnose. Neben Medikamenten sind Diätänderungen entscheidend. Vermeiden Sie Futtermittel mit hohem Magnesium-, Phosphor-, Protein- oder Kalziumgehalt, die Steinbildung begünstigen. Spezielle Harnfuttersorten schützen langfristig.
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