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5 essenzielle Fakten zu Afterkrallen bei Hunden – Tipps von Tierärztin Jennifer Coates, DVM

Von Jennifer Coates, DVM

Schauen Sie sich die Pfoten Ihres Hundes genau an: Wie viele Zehennägel zählen Sie? Die meisten Hunde haben vier Krallen an jeder Hinterpfote und fünf an den Vorderpfoten. Diese extra Kralle am oberen, inneren Teil der Pfote ist die Afterkralle. Eine abweichende Zahl? Kein Grund zur Sorge – manche Hunde haben Afterkrallen auch hinten oder sogar doppelte. Erfahren Sie als erfahrene Tierärztin, ob Ihre Hundes Afterkrallen problematisch sein könnten und wie Sie richtig handeln.

Was sind Wolfskrallen?

Wolfskrallen sind quasi die Daumen und großen Zehen in der Hundewelt – nicht exakt vergleichbar mit unseren, aber ähnlich strukturiert. Beim Vorderlauf berühren die Zehen, die den Boden tragen, dem kleinen Finger bis Zeigefinger gleichkommend. Die Afterkralle fungiert als 'Daumen'. Beim Hinterlauf ist sie der 'große Zeh'.

Wichtig: Sind die Wolfskrallen fest mit dem Fuß verbunden? Einzelne vordere Afterkrallen meistens ja – Sie spüren die Knochenverbindung, auch wenn leichte Beweglichkeit vorhanden ist. Hintere oder doppelte sind oft nur hautfest und sehr beweglich.

Haben Afterkrallen einen Zweck?

Fest verbaute vordere Afterkrallen erfüllen eine klare Funktion. Beim Rennen berühren sie oft den Boden, spenden bei hoher Geschwindigkeit, Kurven oder rutschigen Untergründen extra Traktion und stabilisieren das Karpalgelenk. Manche Hunde nutzen sie zum Klettern, Halten von Objekten oder Aus-dem-Wasser-Kommen. Bei hautfesten Wolfskrallen ist der Nutzen weniger eindeutig.

Sollten Afterkrallen entfernt werden?

Vordere Afterkrallen mit Knochenansatz nicht entfernen, es sei denn, es liegt ein dringender medizinischer Grund vor – wie schwere Verletzungen oder Tumore. Solche Fälle sind extrem selten, präventive Entfernungen machen selten Sinn.

Lockere doppelte oder hintere Wolfskrallen werden öfter entfernt, um Verletzungen vorzubeugen – Häufigkeit bleibt aber gering, der Nutzen umstritten. Meist kombiniert man es mit Kastration unter Narkose.

Bei manchen Rassen geschieht es routinemäßig fürs Ausstellungs-Ideal – nur bei Welpen unter 5 Tagen und mit Lokalanästhesie (z. B. EMLA-Creme). Bei Rassen wie Great Pyrenees disqualifiziert es jedoch vom Ring.

Behandlung von Afterkrallenverletzungen

Verletzungen sind selten, aber möglich: Abriss, Bruch, Infektion oder Einwachsen. Schmerzhafte, infektionsanfällige Probleme – lassen Sie einen Tierarzt prüfen. Dieser entfernt ggf. Nägel (unter Sedierung), verschreibt Antibiotika und Schmerzmittel.

Wie pflegt man Wolfskrallen?

Pflege wie bei anderen Krallen: Aktive Hunde nutzen sie ab, Sesshafte brauchen regelmäßiges Schneiden. Afterkrallen wachsen oft schneller, da sie weniger Bodenkontakt haben – prüfen und trimmen Sie sie häufiger.

Siehe auch:

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