Tollwut ist eine virale Erkrankung, die vor allem Wildtiere wie Waschbären, Fledermäuse, Stinktiere und Füchse betrifft. Jedes Säugetier kann sich jedoch anstecken, wenn es exponiert wird. Deshalb ist eine konsequente Tollwutimpfung für unsere Haustiere essenziell.
Sowohl Wohnungskatzen als auch Freigänger sind gefährdet. Als erfahrene Tierärztin erkläre ich Ihnen alles Wichtige zur Tollwutimpfung für Katzen: Zeitplan, mögliche Nebenwirkungen und Kosten.
Wie wird Tollwut übertragen?
Tollwut wird hauptsächlich durch den Speichel infizierter Tiere übertragen – meist durch Bisse wilder Tiere. Seltener kommt es zu Ansteckungen über Kratzer, Abschürfungen oder offene Wunden, die mit infiziertem Speichel in Berührung kommen.
Warum ist die Tollwutimpfung für Katzen unverzichtbar?
Das Tollwutvirus verursacht bei ungeimpften Tieren fast immer einen tödlichen Verlauf. Viele US-Staaten fordern zudem die Einschläferung ungeimpfter Tiere, die potenziell exponiert wurden.
Die Diagnose ist nur post mortem möglich: Sie erfordert Gehirngewebeproben aus zwei Hirnregionen, die nur bei einer Obduktion entnommen werden können.
Sobald Symptome auftreten, ist die Prognose fatal, und Therapien beschränken sich auf supportive Maßnahmen. Prävention durch Impfung ist daher der einzig sichere Schutz.
In den meisten US-Bundesstaaten und bei lokalen Behörden ist die Tollwutimpfung für Hunde und Katzen gesetzlich vorgeschrieben. Die Regelungen variieren regional – erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder dem Gesundheitsamt.
Brauchen auch reine Wohnungskatzen eine Tollwutimpfung?
Ich höre oft: „Aber meine Katze geht nie raus.“ Dennoch rate ich dringend zur Impfung jeder Katze, unabhängig vom Lebensstil.
Selbst Indoor-Katzen können entkommen oder Wildtiere wie Fledermäuse (die durch Schornsteine oder auf Dachböden gelangen) oder Waschbären ins Haus bringen.
Fledermäuse wecken den Jagdinstinkt – Ihre Katze könnte beißen oder spielen. Impfen Sie zur vollständigen Absicherung.
Wie oft muss gegen Tollwut geimpft werden?
Verschiedene Impfstoffmarken für Katzen existieren, jede mit spezifischen Herstellerangaben, die Tierärzte einhalten müssen.
Der Hauptunterschied: Adjuvans-haltig oder nicht. Ältere adjuvanshaltige Impfstoffe verstärken die Immunantwort, können aber selten lokale Reaktionen oder Tumore verursachen.
Heute bevorzugen Tierärzte nicht-adjuvansierte Varianten. Früher nur jährlich (ab 12 Wochen), nun gibt es einen dreijährigen Impfstoff nach initialer Einjahresdosis.
Der Dreijahresimpfstoff ist teurer, weshalb viele Praxen jährliche Dosen wählen.
Nebenwirkungen der Tollwutimpfung bei Katzen
Reaktionen sind extrem selten. Häufig: Leichtes Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit oder Schwellung an der Injektionsstelle – diese klingen in Tagen ab.
Sehr selten allergische Reaktionen wie Urtikaria, Gesichtsschwellung oder Juckreiz; extrem selten Kollaps. Rate: <10 pro 10.000 Impfungen.
Kosten der Tollwutimpfung für Katzen
Preise variieren: Nicht-adjuvansierte sind teurer als adjuvansierte, Dreijahres- vs. Einjahresdosis. Manche Tierärzte übernehmen Zuschläge für „bessere Medizin“.
Kostengünstige Impfungen (z. B. in Kliniken) sind oft adjuvansiert. Bei Budgetknappheit: Besser adjuvansiert als gar nicht. Bei Möglichkeit: Nicht-adjuvansiert bevorzugen.
Zusammenfassend: Die Tollwutimpfung schützt Ihre Katze – und Sie! Rufen Sie Ihren Tierarzt an und impfen Sie heute.
Von: Dr. Sandra Mitchell, DVM
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