Von Jennifer Coates, DVM
Nierenerkrankungen treten bei Katzen häufig auf. Sie können plötzlich durch Infektionen oder Giftstoffe wie Frostschutzmittel entstehen oder sich über Jahre schleichend entwickeln. Die Symptome und Therapien variieren je nach Fall, doch eine angepasste Ernährung hilft oft erheblich.
Warum die Ernährung bei Nierenerkrankungen entscheidend ist
Die Nieren übernehmen lebenswichtige Aufgaben: Sie filtern Abfallprodukte wie Harnstoff und Phosphor aus dem Blut und regulieren den Wasserhaushalt. Bei eingeschränkter Funktion sammeln sich Giftstoffe an, was zu Unwohlsein führt. Zudem entsteht durch vermehrten Urinverlust eine Dehydration.
Diese Probleme lassen sich teilweise durch Futter ausgleichen. Nassfutter mit hohem Wassergehalt verhindert Austrocknung. Eine Diät mit moderaten Mengen hochwertigem Protein reduziert die Abfallproduktion, die die Nieren belasten würde.
Rezeptfreies Futter für den Einstieg
In frühen Stadien profitieren viele Katzen von geeignetem rezeptfreiem Futter. Nassfutter ist ideal wegen des hohen Wassergehalts, Trockenfutter nur bei hochwertigen Zutaten. Wählen Sie tierische Proteine wie Huhn, Rind oder Lachs – erkennbare, natürliche Quellen statt Nebenprodukte.
Fällt Nassfutter abgelehnt, greifen Sie zu Premium-Trockenfutter und fördern Sie Trinken. Bei Trockenfutter könnte eine frühere Flüssigkeitsgabe unter die Haut nötig sein. Der optimale Proteingehalt ist knifflig: Zu viel belastet die Nieren, zu wenig begünstigt Muskelschwund. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.
Verschreibungspflichtiges Nierenfutter für fortgeschrittene Fälle
Bei schweren Erkrankungen empfehle ich verschreibungspflichtige Diäten. Sie bieten moderates Protein, sind phosphorarm, natriumreduziert und reich an schützenden Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren zur Muskelerhaltung. Verfügbar als Nass- oder Trockenfutter – Nassfutter bevorzugt wegen Feuchtigkeit.
Der Haupt-Herausforderung begegnen Hersteller mit verbessertem Geschmack. Probieren Sie Varianten, bis es passt.
Hausgemachtes oder rohes Futter: Chancen und Risiken
Fressen Katzen zu wenig für stabiles Gewicht, hilft ein Wechsel der Marke. Bei Kochbereitschaft ist hausgemachtes Futter appetitanregend – aber riskant. Viele Rezepte sind nährstoffmäßig unvollständig, besonders für Nierenpatienten. Rohfutter birgt Infektionsgefahr durch schwächeres Immunsystem.
Konsultieren Sie immer Tierarzt oder Ernährungsexperten für ein ausgewogenes Rezept.