CBD erobert die Welt der Haustiere im Sturm. Doch die wissenschaftliche Forschung zu seinen Auswirkungen auf Hunde und Katzen ist noch jung – besonders bei Katzen. Als erfahrene Tierärztin mit langjähriger Praxis teile ich, worauf Katzenbesitzer achten sollten, bevor sie CBD-Öl oder Leckerlis geben.
Was ist CBD?
CBD steht für Cannabidiol, den zweithäufigsten Wirkstoff in der Cannabispflanze. Es wird hauptsächlich aus Hanf (wissenschaftlich Cannabis sativa mit weniger als 0,3 % THC im Trockengewicht von Blättern und Knospen) gewonnen. Rechtlich darf Hanf maximal 0,3 % THC enthalten, sonst gilt es als illegales Betäubungsmittel der Liste I.
Im Unterschied zu Hanf- oder Hanfsamenöl extrahiert man CBD aus Stielen, Blättern und Knospen der gesamten Pflanze.
Gibt es Forschung zu CBD für Katzen?
Bisher gibt es keine publizierten wissenschaftlichen Studien speziell zu CBD bei Katzen. Wir stützen uns daher auf Ergebnisse bei Hunden, Menschen und anderen Tieren sowie anekdotische Berichte von Tierärzten und Besitzern.
Studien bei Hunden und Menschen
Neuere Untersuchungen zeigen, dass CBD Schmerzen lindert, die Beweglichkeit bei Hunden mit Osteoarthritis verbessert und Anfälle bei schwerer Epilepsie reduziert. Dies passt zur Zulassung des Humanpräparats Epidiolex durch die US-amerikanische FDA 2018 für bestimmte Kinder-Epilepsien.
Weitere Evidenzen (bei Menschen oder Tier-Modellen) deuten auf Vorteile bei entzündlichen Darmerkrankungen, Asthma, Angst, Schmerzen und Übelkeit hin.
Ist CBD sicher für Katzen?
Nach Berichten von Tierärzten und Katzenbesitzern wirkt CBD in der Regel sehr sicher. Manche Tiere werden bei hohen Dosen schläfrig oder bekommen Magenprobleme – diese klingen ab, wenn man die Dosis senkt oder pausiert.
Wichtige Warnung vor minderwertigem CBD
Trotz positiver Erfahrungen fehlt es an behördlicher Kontrolle. Viele Produkte enthalten zu wenig oder zu viel CBD, wie Studien zeigten. Einige sind mit schädlichen Verunreinigungen belastet – besonders riskant für empfindliche Katzen.
Sicheres CBD für Katzen finden
Möchten Sie es ausprobieren? So schützen Sie Ihre Katze:
- Produkte mit Zertifikat der U.S. Hemp Authority oder NASC-Qualitätssiegel wählen – sie erfüllen Branchenstandards und Drittanbieter-Tests.
- Nur katzen-spezifische Produkte oder reines CBD-Öl mit Trägern wie Hanf-, Kokos- oder MCT-Öl verwenden.
- Einen erfahrenen Tierarzt konsultieren. Die American Holistic Veterinary Medical Association bietet auf ihrer Website ein Suchtool.
Von: Jennifer Coates, DVM