Von Nancy Dunham
Gehen Sie ruhig mit Ihrem Hund ins Bett – es ist absolut sicher, solange Sie beide gesund sind. Eine kürzlich in den Mayo Clinic Proceedings veröffentlichte Studie zeigt sogar: Das Teilen des Schlafzimmers mit Ihrem vierbeinigen Freund kann Ihren Schlaf verbessern, vorausgesetzt, er liegt nicht unter der Decke. Die Auswirkungen bei Katzen wurden nicht untersucht, doch Tierärzte berichten anekdotisch von überwiegend positiven Effekten – auch wenn nachtaktive Stubentiger stören können.
"Heutzutage sind viele Tierbesitzer tagsüber von ihren Haustieren getrennt und wollen die gemeinsame Zeit zu Hause maximieren", erklärt Dr. Lois Krahn, Co-Autorin der Studie und Schlafspezialistin am Center for Sleep Medicine der Mayo Clinic in Arizona, in einer Pressemitteilung. "Ihr Haustier nachts im Schlafzimmer zu haben, ist eine einfache Lösung. Haustierbesitzer können nun beruhigt sein: Es beeinträchtigt den Schlaf nicht negativ."
Trotz dieser Erkenntnisse hat der Bericht bei vielen Haustierbesitzern Verwirrung gestiftet. Lange rieten Experten aus zwei Gründen davon ab, mit Hund oder Katze zu schlafen: Es fördere schlechtes Verhalten und bergen Infektionsrisiken. Doch viele Tierärzte halten diese Bedenken heute für übertrieben oder unhaltbar. Solche Ängste wirken sich negativ auf Mensch und Tier aus, betont Dr. Ann Hohenhaus, Internistin und Onkologin am Animal Medical Center in New York. "Das Schlafen mit dem Haustier ist für viele ein Ritual. Es muss vermieden werden, nur wenn Tier oder Halter krank sind."
Verhaltensprobleme durch Haustiere im Bett? Mythos!
Trotz gängiger Meinungen verursacht das Zulassen von Hund oder Katze auf dem Bett keine Verhaltensstörungen. Aggressive Tiere sollten Sie ohnehin nicht ins Bett lassen – ihre Aggression entspringt meist Angst, nicht dem Bettzugang, erklärt der zertifizierte Hundetrainer Russell Hartstein.
"Es herrscht totale Verwirrung um dieses Thema. Es ist völlig in Ordnung, Haustiere ins Bett zu lassen", sagt Hartstein, CEO von FunPawCare in Los Angeles und Miami. "Die alten Dominanztheorien sind widerlegt. Manche TV-Experten ignorieren einfach die Wissenschaft."
Wichtiger als Mythen ist Ihr Lebensstil: Stören Tierhaare? Schlafen Sie mit Haustier an den Füßen? Reagiert eine Katze nachts aktiv? Wenn nicht, genießt das Tier das Bett wie Sie. "Haustiere lieben den Duft ihrer Menschen und bevorzugen erhöhte Plätze", fügt Hartstein hinzu.
Bei Unbehagen rät er zu einem sauberen Haustierbett im Schlafzimmer mit einem Kleidungsstück für den vertrauten Geruch.
Dürfen Kinder mit Haustieren schlafen?
Kinder wollen oft wie Erwachsene mit Hund oder Katze kuscheln. Jeder Fall ist einzigartig, doch Kinder unter 6 Jahren sollten nicht allein mit Tieren schlafen.
"Ein Kind muss Verantwortung zeigen, bevor es allein mit einem Haustier schläft", rät Dr. Carol Osborne vom Chagrin Falls Veterinary Center in Ohio. "Eltern sollten überwachen, ob das Kind beim Füttern, Tränken oder Gassi gehen vernünftig handelt."
Ziehen am Schwanz, rüdes Spielen oder Vernachlässigung signalisieren Unreife. Tiere tolerieren anfangs Unfug, werden aber ängstlich und reagieren. Warten Sie auf Reife.
Die Angst vor erstickenden Katzen ist ein Mythos aus dem 17. Jahrhundert, beruhigen Osborne und Kollegen. "Katzen meiden Babys wegen Geruch und Bewegungen." Dennoch: Babys unter 3 Monaten von Tieren fernhalten wegen schwachen Immunsystems.
Gesundheitsrisiken beim Schlafen mit Haustieren
Die größte Sorge: Krankheitsübertragung. Experten sind einig: Bei gesundem Tier und Mensch "sehr selten".
Gesundes Haustier: Ohne Parasiten, krankheitsfrei, geimpft, regelmäßig beim Tierarzt.
"Deshalb will Ihr Tierarzt jährliche Checks", sagt Hohenhaus. "Risiken werden erkannt – bei gesundem Tier ist die Übertragung minimal."
Bei Menschen: Keine Immunschwäche (z. B. Krebs, Transplantate, HIV). Ein Pestfall via Hund war extrem selten; CDC meldet jährlich ca. 8 Fälle meist aus Nagetieren in US-Südwesten.
"CDC betont: Ansteckung durch Familienhaustiere ist selten", sagt Osborne. "Vorteile: Hunde wärmen in kalten Nächten, entspannen und helfen bei Schlaflosigkeit – oft ohne Medikamente."