Von Patrick Mahaney, VMD
Als Tierarzt mit langjähriger Erfahrung weiß ich: Camping ist eine wunderbare Möglichkeit für Sie und Ihren Hund, dem Alltagsstress zu entfliehen, in der Natur zu entspannen und Ihre Bindung zu vertiefen. Doch das Verlassen der sicheren heimischen Umgebung birgt Risiken. Je nach Ort, Jahreszeit, Klima, Insektenbelastung, Wildtierdichte, Gesundheitszustand Ihres Hundes und weiteren Faktoren kann es ein Highlight oder eine Herausforderung werden.
Transportieren Sie Ihren Hund sicher?
Die meisten Hundebesitzer nutzen Auto, Truck oder Wohnmobil. Wählen Sie gesunden Menschenverstand für eine sichere Fahrt – beginnend mit dem richtigen Geschirr.
Tägliche Spaziergang-Geschirre eignen sich oft nicht zum Anschnallen. Laut Center for Pet Safety (CPS) schützen viele keine ausreichend bei Unfällen. "Es gibt Geschirre nur gegen Ablenkung oder mit Aufprallschutz – wählen Sie ein getestetes Modell für Hund und Familie."
Meine Top-Empfehlung: Eine stabile Kunststoffkiste, fest im Auto verankert. CPS rät, sie hinter Beifahrer- oder Fahrersitz auf den Boden zu stellen, um Schleudergefahr zu minimieren.
Achten Sie auf ein Halsband oder Geschirr mit Namensschild und Telefonnummer. Mikrochips erhöhen die Rücklaufquote erheblich – lassen Sie vorab beim Tierarzt implantieren und registrieren.
Temperaturschutz nicht vergessen
Camping findet meist im Sommer statt, doch auch Kälte birgt Gefahren wie Unterkühlung oder Erfrierungen. Hitze stört die Thermoregulation: Hunde kühlen primär durch Hecheln, weniger effizient als unser Schwitzen.
Pfoten und Haut helfen nur bedingt; das Fell speichert Wärme und kann zu Hyperthermie führen. Kurzsnäuzige Rassen (brachyzephal), Welpen, Senioren, Kranke oder Übergewichtige sind besonders gefährdet.
Niemals allein im Auto lassen!
Ist der Campingplatz hundefreundlich?
Priorisieren Sie die Sicherheit Ihres Hundes bei der Platzwahl.
Insekten wie Zecken (Lyme-Borreliose, Ehrlichiose) oder Mücken (Herzwurm) lauern. Lassen Sie Ihren Tierarzt eine passende Parasitenprophylaxe empfehlen – oft mehrere Produkte gegen Flöhe, Zecken und Mücken.
Wildtiere sind eine Bedrohung: Kojoten, Bären oder Waschbären greifen an. Lagern Sie Essen und Müll im Auto. Führen Sie Ihren Hund nur an kurzer Leine (keine Schleppleine) und nie unbeaufsichtigt.
Letzter Tierarzt-Check vorab
Planen Sie Wochen vorab eine Untersuchung. So prüft der Tierarzt die Reisetüchtigkeit und rät zu Antiparasitika und Schutzmaßnahmen für ein optimal sichereres Erlebnis.
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