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Gassi gehen oder nur Garten? Warum Ihr Hund beides braucht – Expertenrat für mehr Wohlbefinden

Von Paula Fitzsimmons

Es ist bequem, Ihren Hund den eingezäunten Garten für Bedürfnispausen und Bewegung nutzen zu lassen – besonders in stressigen Alltagsphasen. So schnappt er frische Luft und tollt sicher herum.

Doch Spaziergänge bieten Ihrem Hund unzählige körperliche und geistige Vorteile für sein Wohlbefinden. Als Tierverhaltensexpertin mit jahrelanger Praxis weiß ich: Balancieren Sie Garten und Straße, damit Ihr Vierbeiner die nötige Aktivität und Nähe zu Ihnen erhält.

Reicht ein Garten für Ihren Hund aus?

Der Garten ist eine tolle Ergänzung zum Gassigehen. Hunde brauchen aber Abwechslung, betont Dr. Pam Reid, zertifizierte Tierverhaltensforscherin (CAAB) und Vizepräsidentin des ASPCA Anti-Cruelty Behavior Teams. „Die meisten Hunde lieben es, Neues zu entdecken: andere Dinge sehen, fremde Gerüche riechen, neue Böden spüren und ungewohnte Laute hören.“

Wenn Sie sich nur auf den Garten verlassen, drohen Langeweile und Frust. „Solche Hunde werden oft destruktiv, bellen übermäßig oder zeigen wiederholtes Verhalten wie Kreisen oder Fluchtversuche“, erklärt Jenn Fiendish, Veterinär-Verhaltenstechnikerin und Leiterin von Happy Power Behavior and Training in Portland, Oregon. „Viele entwickeln territoriale Reaktionen: Sie rasen zum Zaun und bellen bei Vorbeikommenden.“

Ausschließliche Gartenhaltung kann zudem Ängste schüren, warnt Dr. Ari Zabell, Tierarzt beim Banfield Pet Hospital in Vancouver, Washington. „Hunde werden unsicher gegenüber neuen Menschen, Tieren oder Situationen.“

Beide Optionen ergänzen sich ideal: „Der Garten ist der sicherste Ort für freies Rennen und Ablassen von Energie“, sagt Dr. Reid. Sorgen Sie für einen sicheren Zaun und einen Mikrochip – viele Hunde graben oder schlüpfen hindurch.

Was Spaziergänge bieten, was der Garten nicht kann

Neben körperlicher Fitness fördern Gassigehen Bereicherung, Sozialisierung und Training. „Hunde sind neugierige Entdecker – Spaziergänge oder Wanderungen lassen sie forschen“, sagt Fiendish.

Dr. Reid ergänzt: „Sie stimulieren geistig durch neue Umgebungen. Schnüffelspaziergänge, bei denen der Hund das Tempo diktiert, sind besonders erfüllend.“ Gassigehen schult soziale Fähigkeiten: „Sie begegnen Fremden, Kindern, Hunden – und gewöhnen sich an Radfahrer oder Skateboards.“

Zudem stärkt es die Bindung. „Gemeinsames Gehen motiviert zu lockerer Leine – Ziehen macht keinen Spaß“, rät Dr. Reid.

Die ideale Balance zwischen Garten und Spaziergang

Das perfekte Verhältnis hängt von Alter, Energie, Umfeld und Lebensstil ab, sagt Dr. Zabell. „Junge Power-Hunde brauchen mehr Gassigehen als Senioren.“ Manche bevorzugen den Garten, benötigen aber Straßenexposition; andere langweilen sich schnell.

„Auch bei Zeitmangel: Gassigehen entleert effektiver als der Garten – neue Düfte regen Blase und Darm an“, empfiehlt Dr. Reid.

Spaziergänge optimal gestalten

Fiendish rät: Täglich mindestens 15–20 Minuten, länger ohne Garten. Sprechen Sie bei gesundheitlichen Einschränkungen mit Ihrem Tierarzt.

Wählen Sie bequeme, sichere Halsbänder oder Geschirre. „Schmerzhafte Hilfsmittel schaden Lernen und Bindung“, warnt sie. Bei Ziehern: Frontal-Geschirr, das den Hund umlenkt, empfiehlt Trainerin Laura Hills von The Dogs’ Spot in North Kansas City, Missouri. „Es balanciert und trainiert lockere Leine.“ Normale Hunde kommen mit flachem Band aus; abends reflektierende Modelle für Sichtbarkeit.

Individuelle Tipps gibt Ihr Tierarzt oder Trainer. „Sie kennen die Bedürfnisse Ihres Hundes am besten und halten ihn sicher, fit und sozial“, rät Dr. Zabell.