Von Jessica Vogelsang, DVM
Es gibt einen guten Grund, warum Hautprobleme zu den häufigsten Gründen für Tierarztbesuche zählen: Sie treten bei Hunden extrem häufig auf. Die Haut ist ein lebenswichtiges Organ und eine Schutzbarriere – und wenn sie in Mitleidenschaft gezogen wird, leidet Ihr Hund enorm darunter.
Der größte Fehler, den Hundebesitzer machen, ist, zu lange mit dem Tierarztbesuch zu warten. Gereizte Haut sieht unabhängig von der Ursache oft ähnlich aus, wird aber erst durch eine präzise Diagnose besser. Hier die häufigsten Hautprobleme bei Hunden:
1. Parasiten
Flöhe und Milben können das Wohlbefinden Ihres Hundes massiv beeinträchtigen – sie verursachen starken Juckreiz und oft Sekundärinfektionen durch Lecken und Beißen. Zuerst müssen die Parasiten bekämpft werden, dann die Folgeentzündungen behandelt. Flöhe sind mit bloßem Auge sichtbar, Milben erfordern jedoch einen Hautabstrich und mikroskopische Untersuchung für eine sichere Diagnose.
2. Allergien
Hunde leiden unter drei Hauptarten von Allergien: Flohallergie, Nahrungsmittelallergie und Umweltallergien. Alle äußern sich ähnlich: wiederkehrende Ohrinfektionen, intensiver Juckreiz, gerötete und entzündete Haut. Viele Besitzer lindern Symptome, ohne die zugrunde liegende Allergie zu finden – und wundern sich, warum es nicht besser wird. Die Therapie umfasst je nach Ursache Medikamente, Hyposensibilisierungen oder hypoallergenes Futter.
3. Infektionen
Bakterien und Hefen, die auf gesunder Haut harmlos sind, gediehen prächtig, wenn die Hautbarriere geschwächt ist. Allergisch entzündete Haut bietet ideale Bedingungen; bald sind Antibiotika nötig. Hotspots – die umgangssprachliche Bezeichnung für oberflächliche feuchte Dermatitis – breiten sich rasend schnell aus und verursachen starke Schmerzen.
Sobald die Ursache erkannt und behandelt ist, können Sie mit Prävention vorbeugen. Regelmäßiges Baden entfernt Allergene, abgestorbene Haut und lose Haare. Bei sensibler Haut helfen Nahrungsergänzungsmittel mit essentiellen Fettsäuren. In flohbelasteten Regionen ist eine durchgängige Flohprophylaxe unerlässlich.