Von Helen Anne Travis
Jedes Jahr unterstützt die Michelson Found Animals Foundation Tausende Tiere in der Los-Angeles-Region dabei, ein Zuhause für immer zu finden. Viele sind Streuner, weshalb Mitarbeiter und Freiwillige jährlich neue Namen für unzählige Katzen und Hunde erfinden müssen.
Klingt nach viel Spaß, oder?
„Bei den ersten paar Hundert ist es das auch“, erklärt Aimee Gilbreath, Geschäftsführerin der Organisation. „Danach wird es jedoch herausfordernd.“
Um den Prozess einfach und unterhaltsam zu halten, greifen Freiwillige auf kreative Methoden zurück: Ein Wurf Welpen könnte nach Figuren aus Game of Thrones oder Star Wars benannt werden. Oft inspirieren Jahreszeiten – im Winter heißen viele weiße Kätzchen Snowflake. Besondere Persönlichkeiten oder Merkmale der Tiere fließen ebenfalls ein.
Bei einer Kooperation mit einem lokalen Tierheim wurde ein älterer, dreibeiniger Welpe zu Eileen umgetauft – ein Wortspiel, das sofort ins Auge fällt.
Aber was, wenn Sie eine furchtbare Chefin namens Eileen haben und nicht ständig an sie erinnert werden wollen? Dieses Dilemma kennen viele potenzielle Tierbesitzer. Darf man ein adoptiertes Haustier umbenennen? Und wie gelingt der neue Namenswechsel reibungslos?
Warum Tierheime Haustiere benennen
Die Namensvergabe schafft eine emotionale Bindung bei Adoptierenden, betont Gilbreath. „Snowflake“ zu lieben ist einfacher als „Katze Nr. 3.298“.
„Es gibt so viele Tiere auf der Suche nach einem Zuhause“, sagt Jme Thomas, Leiterin des Motley Zoo Animal Rescue in Redmond, Washington. „Jeder Marketing-Trick kann lebensrettend sein.“
Im Motley Zoo tragen viele Tiere Namen berühmter Musiker oder Prominenter wie Celine Dion, Mario Batali oder John Mayer. Manchmal posieren sie sogar mit ihrem „Namensvetter“, etwa Gin und Juice, zwei Katzen, die Snoop Dogg getroffen haben.
„Das verleiht dem Tier eine Identität“, erklärt Thomas.
Bei Tieren mit bestehendem Namen – etwa nach dem Tod des Vorbesitzers oder bei Mieterregelungen – bleibt dieser meist erhalten, bestätigen beide Expertinnen.
„Tierheime behalten den Namen, es sei denn, es gibt triftige Gründe“, sagt Gilbreath. Dazu zählen Missbrauchsfälle oder Namen, die die Adoption erschweren, wie „Killer“, das zu „Keller“ wurde – ähnlich klingend, aber attraktiver.
Können Sie Ihr adoptiertes Haustier umbenennen?
Auch bei etablierten Namen wie „Keller“ oder „Gin“ ist ein Wechsel erlaubt, versichern die Motley-Zoo-Mitarbeiter Adoptierenden.
„In 99 Prozent der Fälle ist das absolut in Ordnung“, sagt Thomas. „Es markiert einen Neuanfang und stärkt die Bindung.“
Gilbreath pflichtet bei, besonders bei jungen Tieren. Bei erwachsenen Hunden oder Katzen mit jahrelanger Namensgewohnheit kann der Übergang Verwirrung stiften, rät sie jedoch: „Wenn der Name Ihre Beziehung belastet, ändern Sie ihn unbedingt.“
So bringen Sie Ihrem Haustier den neuen Namen bei
Der Lernprozess dauert Tage bis Wochen, schätzt Gilbreath. Mischen Sie anfangs den alten Namen ein, falls das Tier nicht reagiert.
Beide Expertinnen raten zu konsequenter positiver Verstärkung: Neue Namen mit Leckerlis, Streicheleinheiten und Lob paaren. Sogar Katzen lernen schnell, besonders bei Fütterungszeit.
„Haustiere spüren unsere Stimmung“, sagt Gilbreath. „Sie passen sich an, weil der neue Name Sie glücklich macht.“