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Wildkatzen verstehen und pflegen: Expertenrat von Christine Michaels

Von Christine Michaels

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie irgendwann streunende oder wilde Katzen begegnen. Diese freilebenden Tiere werden oft missverstanden – egal ob in Ihrem Garten, nahe dem Büro oder auf Reisen. Weltweit halten sich hartnäckige Mythen über sie. Mit fundierten Kenntnissen können wir Vorurteile abbauen und Überpopulation sowie Leid heimatloser Katzen eindämmen.

Was ist eine Wildkatze?

Wildkatzen kommen in der freien Natur oder im Freien zur Welt und haben meist wenig oder gar keinen Kontakt zu Menschen. Sie reagieren auf Annäherungsversuche mit Fauchen, Kratzen oder Flucht. Sie werden von anderen Wildkatzen oder Streunern geboren. Der Unterschied: Streuner waren einst Haustiere, die verloren gingen oder ausgesetzt wurden. Im Freien entwickeln einige Angst vor Menschen und werden mit der Zeit wilder. Viele Streuner erinnern sich jedoch an menschliche Fürsorge und bleiben in der Nähe von Häusern oder Garagen.

Bei freundlichen Streunern: Lassen Sie sie vom Tierarzt nach einem Mikrochip scannen. Oft folgt eine glückliche Wiedervereinigung mit dem Besitzer.

Jeder kann Streunerkatzenpfleger werden: So füttern und betreuen Sie Wild- und Streunerkatzen

Wildkatzen haben ein hartes Leben und erreichen allein nur selten mehr als zwei Jahre. Mit konstanter Pflege – wetterfestem Unterschlupf und täglicher Fütterung wie bei Hauskatzen – können sie bis zu zehn Jahre werden. Wichtig: Greifen Sie nie zu, machen Sie keine abrupten Bewegungen. Lassen Sie die Katze freiwillig näherkommen.

Tägliches Füttern baut Vertrauen auf; irgendwann signalisiert sie, ob Berührungen okay sind. Tipp: Hocken oder setzen Sie sich auf Bodenhöhe, um auf Augenhöhe zu sein. So wirken Sie harmlos.

Wie wild ist wild wirklich?

Aus jahrelanger Arbeit mit Wildkatzen weiß ich: Wildheit hat Grade. Viele lassen sich nicht anfassen, doch ich kann ihr Futter nah abstellen. 'König der Löwen' brauchte drei Jahre, bis er sich anbeugte, sich an meinen Beinen reibt und – von hinten – Streicheleinheiten duldet. Dreht er sich um, faucht er. Pretty Boy und Tabitha lassen Streicheln zu, springen aber beim Heben davon. Lektion: Respektieren Sie Grenzen.

Tobende Hormone sorgen für lästiges Verhalten

Wildkatzen wirken oft störend durch lautes Kämpfen oder Jaulen bei Revier- und Paarungsstreitigkeiten. Lösung: Kastration. Kontaktieren Sie lokale Tierschutzgruppen für humane Fallenstellerei und Operationen. Fangen Sie nie selbst – das birgt Verletzungsrisiken. Deshalb: Lassen Sie auch Hauskatzen kastrieren. Man weiß nie, wann sie entlaufen.

Das universelle Zeichen einer kastrierten Katze

Als Koloniepfleger: Sorgen Sie für Kastration aller Katzen. Bei der OP bekommen sie Tollwutimpfung und Ohrspitze – ein kleines chirurgisches Entfernen der Ohrspitze in Narkose. Das ist weltweit das Zeichen für 'sterilisiert' und spart Folgefallen.

Um Vorurteile abzubauen, nennen wir sie 'Freigänger' oder 'Gemeinschaftskatzen' statt 'wild'. Bildung verändert Perspektiven. Teilen Sie Fakten – für ein besseres Miteinander mit diesen Katzen.