Von Matt Soniak
Viele Menschen reagieren allergisch auf Katzen – und Hautschuppen spielen dabei eine zentrale Rolle. Doch was genau sind Katzenschuppen, und warum lösen sie Allergien aus? Als Experten beleuchten wir die Wissenschaft dahinter.
1. Katzenschuppen sind winzige Partikel abgestorbener Hautzellen, die Katzen – wie Hunde, Menschen und jedes andere säugetierähnliche Tier – natürlich abstoßen.
2. Die Schuppen selbst verursachen keine Allergien, sondern transportieren zwei Hauptallergene: Fel d 1 und Fel d 4. Fel d 1 stammt aus Haut und Talgdrüsen der Katze, die eine schützende, wachsartige Substanz produzieren. Fel d 4 wird im Speichel gebildet und durch Lecken auf die Haut übertragen. Dr. Christine Cain, Tierärztin und Assistenzprofessorin für Dermatologie an der Universität von Pennsylvania, erklärt: Die Schuppen fangen diese Proteine ein und verteilen sie beim Haaren.
3. Diese Allergene sind extrem klein – kleiner als Staubpartikel – und breiten sich mühelos im gesamten Haus aus, sagt Cain. Selbst katzenfreie Haushalte können betroffen sein, da die Partikel allgegenwärtig sind.
4. Allergien entstehen, wenn das Immunsystem die harmlosen Proteine als Bedrohung ansieht und Antikörper bildet. Das führt zu Symptomen wie Juckreiz, laufender Nase oder Asthmaanfällen.
5. Nach Angaben der Asthma and Allergy Foundation of America (AAFA) sind Katzenallergien doppelt so häufig wie Hundeallergien. Hundeallergene (Can f 1 und Can f 2) kommen aus dem Speichel, unterscheiden sich also chemisch.
6. Die Allergenproduktion variiert individuell, nicht rassenspezifisch. Männliche Katzen produzieren mehr als Weibchen, kastrierte weniger als unkastrierte. Studien zu Fellfarbe sind widersprüchlich; regionale Unterschiede in den USA deuten auf Umwelteinflüsse hin.
7. Reduzieren Sie Schuppen und Allergene durch regelmäßiges Baden (bis zu zweimal wöchentlich, rät Cain), Katzen aus dem Schlafzimmer fernhalten, teppichfreie Böden wählen, Kleidung wechseln und HEPA-Luftreiniger nutzen – Empfehlungen der AAFA.
8. Haarlose oder 'hypoallergene' Rassen sind ein Mythos, betont Cain. Alle Katzen produzieren die gleichen Allergene; haarlose bieten nur weniger Anhaftungsmöglichkeiten für Staub.