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Katzenkämpfe stoppen: Experten-Tipps für Frieden im Mehrkatzenhaushalt

Von Helen Anne Travis

In einem Haushalt mit mehreren Katzen ist Harmonie nicht immer selbstverständlich. Zischen, Beißen und Kratzen belasten nicht nur die Tiere, sondern auch die Besitzer. Die gute Nachricht: Mit gezielten Maßnahmen können Katzenkämpfe verhindert werden, bevor sie eskalieren.

Warum kämpfen Katzen?

Um Streitigkeiten zu beenden, muss man erst verstehen, warum sie entstehen. In der Wildnis pflegen Katzen enge Bande zu Mutter, Tanten und Geschwistern, erklärt Dr. Jill Sackman, Leiterin der Verhaltensmedizin bei BluePearl Veterinary Partners. Allein lebend werden sie jedoch zu Einzelgängern.

Tritt eine fremde Katze in ihr Revier ein, kommt es unvermeidlich zu Konflikten, betont Sackman. Dasselbe geschieht zu Hause: Viele Kämpfe drehen sich um Territorium, Spielzeug oder Menschen, die eine Katze als ihr Eigentum betrachtet.

Manchmal verschlechtert sich eine gute Beziehung durch Trauma. Sackman berichtet von einer Katze, die sich in der Küche in einem Drahtgestell verletzte und ihren Bruder als Erstes sah. Seitdem verbindet sie ihn mit Schmerz – und die beiden kämpfen unerbittlich.

Anzeichen für Unverträglichkeit sind oft klar: lautes Zischen. Doch Aggression kann subtiler sein, sagt Dr. Franklin McMillan, Leiter der Wohlfahrtsstudien bei Best Friends Animal Society. Eine Katze verlässt den Raum beim Erscheinen der anderen, oder die Unterwürfige versteckt sich. „Katzen haben unterschiedliche Persönlichkeiten – und manche passen einfach nicht zusammen“, erklärt McMillan.

Wie man einen Katzenkampf beendet

Beim Ausbruch eines Kampfes ist Schreien, Klatschen oder eine Wasserpistole keine gute Idee – das verschlimmert die Lage oft, warnt Sackman.

Stattdessen tief durchatmen und eine Barriere wie ein großes Stück Pappe dazwischen schieben, rät McMillan. Diese schafft sanften Schutz. Sind sie getrennt, eine Katze am Nackenfell greifen, um den Halt zu lösen.

Halten Sie die Katzen getrennt, bis sie sich beruhigt haben. „Jeder Streit verschlechtert die Beziehung“, sagt Sackman. „Je länger Kämpfe andauern, desto schwieriger die Reparatur.“

Katzen friedlich zusammenbringen

Das Reparieren einer gestörten Beziehung erfordert Zeit, Raum und Geduld. Diese Tipps helfen auch bei der Einführung neuer Katzen.

Trennen Sie sie zunächst in Räume mit eigenen Fressnäpfen, Wasser, Klos und Kletterplätzen. Verbringen Sie viel Zeit mit jeder einzeln.

Führen Sie sie schrittweise wieder zusammen – je nach Schwere variiert der Zeitpunkt. Zuerst Gerüche austauschen: Füttern Sie sie auf gegenüberliegenden Seiten einer Tür mit Leckerlis oder Lieblingsfutter, damit positive Assoziationen entstehen.

Mischen Sie gebrauchte Streu, wischen Sie Pfoten und Schwanz mit einem Tuch ab und lassen Sie die andere schnüffeln. Tauschen Sie Räume, rät Sackman und McMillan.

Als Nächstes visuelles Treffen hinter Sichtschutz oder Babygitter: Sie sehen und riechen sich sicher.

Bei Ruhe die Barriere entfernen – idealerweise mit Hilfe. Loben und streicheln Sie beide reichlich in Gegenwart der anderen. So lernen sie, die Gegenwart positiv zu assoziieren, erklärt McMillan: „Ziel ist, dass sie die Anwesenheit des anderen mögen.“

Frieden langfristig sichern

Vermeiden Sie Neid: Jede Katze braucht eigene Näpfe, Spielzone und Klo – plus ein Extra-Klo. Klettermöglichkeiten mit separaten Sitzplätzen bieten Rückzugsorte, betont McMillan: „Ein sicherer Hafen beruhigt jedes Tier.“

Pheromon-Diffusoren entspannen Ängstliche. Nutrazeutika oder Medikamente können helfen – sprechen Sie zuerst mit dem Tierarzt wegen Wechselwirkungen.

Nicht alle Katzen werden Freunde, aber Toleranz ist machbar. „Friedliches Zusammenleben ist das Ziel“, fasst McMillan zusammen.

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