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Katzenverhalten richtig lesen: So minimieren Sie das Risiko von Bissen

Überprüft und aktualisiert am 7. August 2018 von Jennifer Coates, DVM.

Der effektivste Weg, Katzenbisse zu vermeiden, ist es, die Verhaltenssignale Ihrer Katze zu erkennen, die auf Unwohlsein hindeuten. Durch das Verständnis ihrer Körpersprache können Sie stressige Situationen umgehen und eine engere, gesündere Bindung aufbauen.

„Oft entsteht Katzenaggression oder ein Biss durch Missverständnisse zwischen Mensch und Tier“, erklärt Russell Hartstein, zertifizierter Tierverhaltensforscher und CEO von FunPawCare in Los Angeles, Kalifornien. Katzenverhalten und Körpersprache sind zuverlässige Indikatoren für ihre Stimmung und signalisieren das aktuelle Wohlbefinden.

Die Risiken von Katzenbissen

Obwohl Hundebisse häufiger Schlagzeilen machen, sind Katzenbisse keineswegs harmlos. Laut Centers for Disease Control and Prevention (CDC) infizieren sich 20 bis 80 Prozent der Katzenbisse. Sie können schwerwiegend sein, selbst wenn sie zunächst unbedenklich wirken.

Neben Infektionen besteht ein hohes Tollwutrisiko. Die CDC meldet, dass 2014 über viermal mehr tollwütige Katzen als Hunde registriert wurden – oft, weil Katzen seltener zum Tierarzt gebracht und geimpft werden als Hunde.

Genau deshalb ist eine regelmäßige tierärztliche Betreuung inklusive aller Impfungen essenziell für verantwortungsvolle Katzenbesitzer.

Wie erkenne ich, ob meine Katze beißen könnte?

Katzen beißen selten als Erstes. Meist geben sie vorher klare Warnsignale durch Verhalten und Körpersprache, um Abstand zu fordern.

Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Katze: Sie hat Ihnen mehrmals „stop“ signalisiert, Sie ignorieren es – was bleibt ihr übrig? Lesen Sie diese Signale, und Bissunfälle bleiben aus.

Pamela Uncles, M.Ed., CDBC von Companion Animal Behavior im Raum Washington, D.C., nennt diese typischen Warnhinweise:

Schwanzzucken: Ein zuckender Schwanz zeigt Unruhe – lassen Sie die Katze in Ruhe.

Abgeflachte Ohren: Ohren, die seitlich und nach hinten gedreht sind, deuten auf Stress hin.

Augenform: Schräg gestellte, zusammengekniffene oder weit aufgerundete Augen mit erweiterten Pupillen signalisieren Angst oder Stress.

Schnurrhaare: Bei Erregung werden sie eng ans Gesicht gezogen.

Auf den Rücken rollen: Das wirkt nicht wie Unterwerfung, sondern bereitet vierbeinige Konter vor – anders als bei Hunden.

Gebeugte Haltung: Mit gesträubtem Fell wirkt die Katze größer und bedrohlicher.

Zischen und Knurren: Letzte Warnungen vor einem Angriff – nicht alle Katzen tun das.

Welches Verhalten bei Menschen provoziert Bisse?

„Ignorieren von Katzensignalen ist ein großes Problem“, warnt Dr. Valarie Tynes, DVM, Präsidentin des American College of Veterinary Behaviorists und Spezialistin bei Ceva Animal Health in Sweetwater, Texas. „Katzenkörpersprache ist oft subtil und wird übersehen.“

„Faustregel: Weglaufen bedeutet „Nein“ zur Interaktion. Viele Menschen verfolgen trotzdem – ein Fehler.“

„Für freundlichen Kontakt: Setzen Sie sich und lassen Sie die Katze kommen“, rät Dr. Tynes. Streicheln Sie nur bei Initiative wie Kopfnügeln, und beobachten Sie weiterhin Signale. Verfolgen, schnappen oder umarmen Sie nie eine fliehende Katze.

Besonders bei Kindern und Gästen: Bieten Sie Rückzugsorte und beobachten Sie genau.

„Sagen Sie Gästen freundlich Bescheid, dass Verfolgen bedrohlich wirkt. Bei Unlust an Kontakt: In einen sicheren Raum mit Klo, Futter, Wasser und Kratzbaum bringen“, empfiehlt Dr. Tynes.

Stress und seine Folgen für Katzen

Verfolgung unerwünschter Interaktionen stressen nicht nur Menschen, sondern schaden der Katze.

„Katzen spüren Angst und Unruhe wie wir“, sagt Dr. Tynes.

Chronischer Stress kann Krankheiten auslösen und die Lebenserwartung verkürzen, warnt Hartstein.

„Kein Tier will ständig gestresst sein – es mindert Lebensqualität und Langlebigkeit. Respektieren Sie Katzenvorlieben wie in jeder Beziehung.“