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Warum nutzen Schlangen ihre Zunge? Das Geheimnis des Riechens enthüllt

Hinweis: Die Zunge dient nicht zum Reden

Die Zunge der Schlange hat einen unrühmlichen Ruf, doch sie ist eines der faszinierendsten Wunder der Natur. Dieser clevere Sinnesapparat gibt der Schlange, einer der unauffälligsten Kreaturen im Tierreich, einen entscheidenden Vorteil.

Während andere Tiere wie bestimmte Eidechsen, Frösche oder Vögel ebenfalls eine gespaltene Zunge besitzen, weist die Schlange das komplexeste Rezeptorsystem auf.

Beim Blick in das Maul einer Schlange sieht man kaum etwas von der Zunge: Der Großteil liegt zurückgezogen in einer Scheide im Unterkiefer, nur die gegabelten Spitzen ragen heraus. Beim Schnippen gleitet sie durch die Rostralrille in der Oberlippe nach draußen – ohne dass der Mund geöffnet werden muss. Schlangen haben Nasenlöcher und riechen damit wie wir, doch ihre Zunge ist der Hauptakteur dieses Systems.

Die Zunge ist Teil des Vomeronasmalsystems, benannt nach ihrer Nähe zum Vomerknochen und Nasensystem. Dieses Sinnesorgan, auch Jacobson-Organ genannt, besteht bei vielen Tieren, einschließlich Menschen, aus zwei Gaumenöffnungen. Bei Schlangen ist es perfekt auf ihr Überleben abgestimmt.

Die "riechende" Zunge

Beim Heraus schnippen nimmt die Zunge chemische Partikel aus der Luft auf. Zurückgezogen passen die Spitzen exakt ins Jacobson-Organ, das die Informationen ans Gehirn leitet – für rasche Analyse und Reaktion.

Warum ist die Schlangenzunge gespalten?

Die Gabelung ermöglicht Richtungsfindung: Mehr Partikel auf einer Seite deuten die Bewegung an. Wie eine 3D-Brille für Gerüche ergeben links und rechts zusammen ein klares Bild. Diese subtilen Signale müssen blitzschnell verarbeitet werden, um Beute zu fangen – oder Raubtiere zu meiden. Zudem erkennt die Zunge potenzielle Paarungspartner durch chemische Signale.

Können Schlangen sehen?

Ja, doch ihr Sehvermögen ist begrenzt: Sie erkennen Beute in Bewegung, keine Feinheiten. Primär dienen Zunge und Jacobson-Organ der Orientierung. Manche Arten sehen besser als andere.

Siehe auch:

Mythen enttarnt

Alte Vorurteile halten sich: Früher galten Schlangenzungen als Gegengift oder Zutat in Hexengebräuen, wie in Shakespeares Macbeth.

Heute glauben manche, die Zunge enthalte Gift oder sei ein Stachel. Falsch: Nicht alle Schlangen sind giftig, und Gift wird über Zähne injiziert. Danach trackt die Zunge die Beute. Die Zunge ist weich und zart, geschützt in ihrer Scheide.

Geschmacksknospen sind spärlich – sie prüfen nur Essbarkeit. Doch die Schlange kompensiert das durch ihr überlegenes Riechsystem.

Nicht zu unterschätzen

Versenken Sie nicht in Mitleid: Probieren Sie, mit der Zunge zu jagen oder Partner zu finden. Plötzlich wirkt die Schlange genial anpassungsfähig.