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Können Reptilien eine emotionale Bindung zu Menschen aufbauen? Experten klären auf

Von Jill Fanslau

Reptilien sind kaltblütig – heißt das, sie sind auch kaltherzig? Experten sind geteilter Meinung, ob Schlangen, Echsen oder Schildkröten echte Bindungen zu ihren Besitzern eingehen können.

"Im Gegensatz zu domestizierten Hunden und Katzen haben Reptilien ihre primitiven Instinkte weitgehend bewahrt", erklärt Adam Denish, VMD, Tierarzt am Rhawnhurst Animal Hospital in Philadelphia und am Elmwood Park Zoo in Norristown, Pennsylvania.

Dr. Denish ist überzeugt: Reptilien zeigen Emotionen, allerdings in sehr begrenzter Form. "Der Großteil ihres Lebens dreht sich um Basics wie Fressen, Trinken, Fortpflanzung und Überleben", betont er.

Die deutlichsten Emotionen sind Angst und Aggression. Eine bedrohte Schlange faucht, eine Bartagame bläht ihren Bart auf und verfärbt sich von Hellbraun zu Schwarz, wenn sie wütend oder gestresst ist, beschreibt Dr. Denish.

Schlangen zeigen zudem Aufregung und Neugier. "Im Zoo beobachten wir, wie sie sich für neue Bereicherungen wie Einstreu, Verstecke oder Düfte interessieren", sagt er.

Manche Reptilien genießen menschlichen Kontakt: Leguane lassen sich den Kopf streicheln, Schildkröten eilen herbei, wenn Futter winkt.

Echte Liebe zu einem Menschen? Das lässt sich wissenschaftlich schwer beweisen, meint Dr. Denish.

Entscheidend ist: Fühlen Sie sich mit Ihrem Reptil verbunden – das zählt. Je mehr Zeit und Pflege Sie investieren, desto wohler fühlen Sie sich beide, was eine Art Bindung fördert, egal in welcher Form.

"Menschen können wunderbare Beziehungen zu Reptilien aufbauen", versichert Lorelei Tibbetts, LVT, VTF, spezialisierte Veterinary Technician für Exoten und Managerin am Center for Avian and Exotic Medicine in New York City. "Es ist keine Hunde- oder Katzenbeziehung, aber ebenso erfüllend – nur anders."

Reptilienhalter erwarten kein Kuscheln, doch es gibt andere Wege zur Verbindung. Probieren Sie diese Tipps:

1. Umgang mit Ihrem Reptil

Beobachten Sie eine Hausschlange außerhalb ihres Terrariums: "Sie windet sich um Ihren Arm, als würde sie die Körperwärme und Freiheit genießen", beschreibt Tibbetts.

Bartagamen sind verspielt, interaktiv und sitzen gerne auf der Schulter.

Viele Schildkröten lieben Panzerkratzen oder Kopfmassagen – sie drücken sich sogar in Ihre Hand.

Achtung: Jedes Tier hat seine Persönlichkeit. Seien Sie sensibel für Angst- oder Aggressionssignale. Waschen Sie Hände vor/nach Kontakt gründlich – Reptilien können Salmonellen übertragen.

2. Ein bereichernder Lebensraum

Investieren Sie in ein abwechslungsreiches Terrarium. "Nur ein Becken mit Wasserschale reicht nicht", rät Tibbetts. "Bieten Sie Verstecke, Klettermöglichkeiten und regelmäßige Veränderungen."

Selbst ohne Handling entsteht Bindung, indem Sie zusehen, wie es erkundet – Stolz auf Ihr Setup schafft Nähe.

3. Frische Luft draußen

Nehmen Sie geeignete Reptilien mit nach draußen – beaufsichtigt und sicher. "Viele Schildkröten graben begeistert", sagt Tibbetts.

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